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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Der Querkopf

von Bettina Röder vom 22.07.2016
Hans-Georg von der Marwitz ist Biobauer und war schon immer gegen Atomenergie. Und doch sitzt er für die CDU im Bundestag

Er ist Landwirt mit Leib und Seele. Darum kann er auch recht sperrig sein. Etwa als Fraktionskollegen im Bundestag dafür plädierten, Kohlendioxid aus den Kohlekraftwerken unter der Erde zu verpressen. Da hielt er dagegen, weil das höchst umweltschädlich ist. Noch vor Fukushima hat Hans-Georg von der Marwitz als einer der wenigen in der CDU gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten gestimmt. Und überhaupt: Warum wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht genug durchdacht? Warum pflastern wir wertvolle Ackerflächen mit Fotovoltaikanlagen zu? Er hat seine Arme auf den hellen Holztisch gestützt, lehnt sich kampfeslustig nach vorn. »Wenn es um die Zukunft kommender Generationen geht, müssen wir grundsätzlich werden«, ist er überzeugt. Im vergangenen Jahr hat er mit anderen eine Initiativgruppe zum Kohleausstieg in Brandenburg gegründet. »Zukunft gestalten statt den Abbruch hinauszögern« ist das Motto.

Er sitzt im Kunst- und Kulturspeicher des 350-Seelenorts Friedersdorf in Brandenburg. Konzerte gibt es hier, Ausstellungen, einen Laden und ein Restaurant, in dem man gut essen kann. Hans-Georg von der Marwitz sitzt beim Mittagstisch. Der alte Getreidespeicher ist eines der schmucken Gebäude in dem Dorf, das er maßgeblich mit ausgebaut hat. 1990, gleich nach der Einheit, kam der Pfarrerssohn aus Bayern zurück an den Ort, an dem auch seine Vorfahren gelebt haben. Das Land wollte er bewirtschaften. Nicht in Herrenmanier, sondern als bodenständiger Landwirt. Hundertmal spukte die Idee in seinem Hirn, bis er sich dazu entschloss, sagt er. Er wohnte auch nicht im Herrenhaus, das es hier gar nicht mehr gab. Ein Wohnwagen war neun Monate lang sein Domizil. Hier lebte er mit seiner Frau, die das erste ihrer vier Kinder erwartete. Von den Menschen im Ort wurden sie herzlich aufgenommen. Vielleicht, sagt er, weil sie damals noch nicht so schlechte Erfahrungen mit Westdeutschen gemacht hatten. Man feierte zusammen, plante. Die Dorfbewohner brachten der schwangeren jungen Frau auch schon mal eine Wurstsuppe vorbei, Gurken und Tomaten vom Feld. »Trotzdem«, sagt er, »kamen wir in eine andere Welt, waren die Fremden.« Er ging in die Kommunalpolitik, wollte beim demokratischen Aufbau des Landes dabeisein. 2009 folgte die Wahl in den Bundestag.

Am Anfang, sagt er, sei es ihm schwergefallen, den richtigen Weg zu finden: zwischen dem Politikerdasein und der Arbeit als Landwirt. Wichtig war ihm, dass der Einstieg i

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