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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Das Dilemma des Fairen Handels

von Caspar Dohmen vom 01.07.2020
Der Faire Handel ist für zahlreiche Menschen in den Ländern des Südens ein Segen. Doch die globalen Ungerechtigkeiten in der Landwirtschaft kann er nicht beseitigen
Handel statt Hilfe? Ein ugandischer Kaffeebauer liefert Säcke mit Kaffeebohnen für den Fairen Handel an seine Kooperative(Foto: Simon Rawles / Alamy Stock Photo)
Handel statt Hilfe? Ein ugandischer Kaffeebauer liefert Säcke mit Kaffeebohnen für den Fairen Handel an seine Kooperative(Foto: Simon Rawles / Alamy Stock Photo)

Wir sind glücklich«, sagt Kleinbauer Wilmar Garcia beim Gang zwischen den Kaffeesträuchern mit ihren roten Bohnen, einige Zeit vor Beginn der Corona-Pandemie. Das wettergegerbte Gesicht des 46-jährigen Kaffeebauern strahlt, als er gemeinsam mit seiner Frau Maria von ihrem Leben in den Hügeln am Rande des Valle de Cauca in Kolumbien erzählt. Drei Kinder haben sie hier großgezogen. Ihr Haus hat mehrere Zimmer, sie besitzen Computer, Auto und Moped. »Unsere Arbeit lohnt sich«, sagen die beiden und loben ungefragt den Fairen Handel.

Das Ehepaar Garcia gehört wie 2200 andere Bauernfamilien im Tal der Kooperative Cafenorte an – einer modernen und dynamischen Genossenschaft, die einen großen Teil ihrer Ernte über den Fairen Handel verkauft. In der Zentrale in der Kleinstadt Cartago untersuchen eigene Fachleute in Labors den Geschmack und die chemische Zusammensetzung des Kaffees, schulen regelmäßig Bauern in landwirtschaftlichen Methoden, rösten Kaffee für den nationalen Markt und verkaufen ihn sogar in drei eigenen Cafés. Diese Entwicklung zeigt, was möglich ist, wenn Konsumenten faire Waren kaufen und Kleinbauern dadurch einen höheren Anteil an der Wertschöpfung erhalten. Das wird umso deutlicher, schaut man sich die Situation der rund 25 Millionen Kaffeebauern an, die im Tropengürtel rund um den Äquator arbeiten. Die meisten sind konventionell arbeitende Kleinbetriebe. Ihre Einkommen haben sich seit Anfang der 1980er-Jahre aufgrund des gefallenen Weltmarktpreises für Kaffee halbiert. Viele können nicht einmal ihre Produktionskosten decken.

Aber auch beim Fairen Handel gibt es nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Es gibt Produzenten, deren Situation sich durch den Fairen Hande

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