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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2011
Staatsverbrechen
Der Journalist John Pilger zeigt die Wahrheit
Der Inhalt:

Gottlos glücklich

Glauben, zweifeln, wissen: Wie junge Dresdener über Religion und den Kirchentag denken

Religionsfreie Zone« steht auf einem großen, petrolfarbenen Banner. Es hängt an der roten Backsteinwand des Programmkinos Schauburg und sorgt bei so manchem vorbeischlendernden Kirchentagsbesucher für verwunderte Blicke und Irritation. Hier im Dresdener Szeneviertel Neustadt, haben die Mitglieder des Vereins GeFAHR (Gesellschaft zur Förderung von Aufklärung, Humanismus und Religionsfreiheit) während des Kirchentags ein atheistisches Zentrum errichtet. Unter dem Parodie-Slogan »... und da wird dein Hirn sein« bieten sie zum bunten Trubel des Christenfests ein religionskritisches Alternativprogramm inklusive »missionsfreier Kinderbetreuung«. Der Grund: In Dresden sind achtzig Prozent der Bürger konfessionslos.

»Es ist besser, man sagt konfessionsfrei«,erklärtHeinrich Uhlmann ernst. Der junge Mann mit Pferdeschwanz steht unter einem weißen Pavillon am Eingang der Schauburg. Er trägt ein petrolfarbenes T-Shirt mit zwei zu einem Gehirn geformten Händen, eine Persiflage des Kirchentagslogos. »Das Wort konfessionslos impliziert einen Mangel, doch man kann auch ohne Gott glücklich sein«, sagt der 22-Jährige und schenkt seinem Gegenüber wie zur Bestätigung ein strahlendes Lächeln. »Unser Ziel ist nicht, den Kirchentag zu stören. Wir wollen mit Christen ins Gespräch kommen und den vielen Menschen, die nicht an Gott glauben, ein Forum bieten.« Uhlmann fügt dann mit einem Zwinkern hinzu: »Allerdings haben die meisten Atheisten angesichts der Invasion der Christen wohl ohnehin die Stadt verlassen. Ich hab gehört, dass die Autobahnen aus Dresden raus ziemlich voll waren.«