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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Auch Palästina ist gefordert

Frieden in Nahost: Es genügt nicht, sich auf das Feindbild Israel zu fixieren

Ja, richtig: Es herrscht eine große Asymmetrie zugunsten Israels. Das Land ist in Palästina Besatzungsmacht und ignoriert Uno-Resolutionen, in denen es aufgefordert wird, die besetzten Gebiete zu räumen. Stattdessen baut es immer wieder neue Siedlungen. Es drangsaliert Palästinenser bis an den Rand des Erträglichen. Doch jetzt rächt es sich, dass die palästinensische Führung mehrfach versäumt hat, bei Friedensverhandlungen substanzielle Fortschritte zu erzielen hin zu einer Zweistaatenlösung. Sie war wenig kompromissfähig. Dafür hält sie an einem revisionistischen Geschichtsbild fest. Sie pocht auf ein unrealistisches und zukunftsverneinendes Rückkehrrecht von Palästinensern auf Grund und Boden, der im Unabhängigkeitskrieg vor siebzig Jahren verloren wurde – nun in dritter Generation.

Und ja, richtig: Israel reagiert unverhältnismäßig hart, wenn seine Soldaten gnadenlos in die Menge feuern, und hat schon oft militärisch überreagiert. Doch die religiös verblendeten Fundamentalisten der Hamas, die zugleich radikale Nationalisten sind, stacheln die verzweifelte und leicht manipulierbare Jugend auf und schicken sie ins Feuer, um ihrer todbringenden Ideologie und ihres Machtinteresses willen.

Anstatt sich fast ausschließlich am Feindbild Israel abzuarbeiten und immer wieder antisemitische Sprüche zu klopfen wie jüngst Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, wären für einen wirklichen Friedensprozess dringend innerpalästinensische Reformen nötig: die Bekämpfung der Korruption vor allem der Eliten, eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation wie das Aufbrechen patriarchal-feudalistischer Strukturen, hin zu mehr Demokratie. So kann der eigenen Jugend eine wirtschaftlich und politisch aussichtsrei