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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Die Geister, die ich rief

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es das »World Wide Web«. Eine atemberaubende Entwicklung begann. Heute sagen viele der Internet-Pioniere von damals: Das haben wir nicht gewollt

Man stelle sich vor, um das Jahr 1930 herum wären Carl Benz, Henry Ford und Louis Renault gemeinsam aufgestanden und hätten verkündet: Leute, es tut uns aufrichtig leid, aber das mit dem Automobil war doch keine so gute Idee. Absurd? Etwas Ähnliches ist tatsächlich soeben geschehen; die Elite der Internet-Pioniere hat öffentlich um Entschuldigung gebeten.

Unter der Überschrift »The Internet Apologizes« hat das amerikanische Magazin New York Interviewausschnitte mit mehr als einem Dutzend Netzvordenker, Urheber und Entwickler veröffentlicht. Sie alle sind sich einig: So darf es nicht weitergehen. Das Netz, von seinen Begründern als offener und kreativer Resonanzaum gedacht, in dem sich Menschen informieren und austauschen können, ist zu einer gigantischen Maschine geworden, die ihre Benutzer abhängig macht, ihre Lebenszeit frisst, sie ausspioniert und ihr Denken und Handeln in einer Weise beeinflusst, die sich kein Machiavelli hätte träumen lassen.

Wie der Zauberlehrling in Goethes berühmter Ballade stehen die Macher und Programmierer nun hilflos vor ihrem Werk, das sich so unerwartet entwickelt und selbstständig gemacht hat. Namhafte Brancheninsider wie Tristan Harris, der für Apple und Google gearbeitet hat, warnen vor den gesellschaftlichen Folgen: Schließlich seien die Algorithmen sozialer Netzwerke und anderer kommerzieller Dienste gezielt dafür konstruiert, ihre Nutzer so lange wie möglich an den Bildschirm zu fesseln. Egal wie unsinnig, populistisch oder unmoralisch Inhalte sein mögen – sobald sie Klicks generieren und die Verweildauer erhöhen, werden sie verbreitet. »Was mir schlaflose Nächte bereitet, is