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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Netanjahu muss sich verantworten

Frieden in Nahost: Undenkbar, solange Israels Soldaten auf Zivilisten schießen

An einem Konflikt ist selten einer alleine schuld. Aber was jüngst in Gaza geschah, ist keine gewaltsame Auseinandersetzung zweier gleich starker Gegner. Das israelische Militär stand palästinensischen Zivilisten gegenüber. Wer von »Ausschreitungen auf beiden Seiten« spricht, verhöhnt die Opfer und verdreht Tatsachen. Was jüngst in Gaza geschah, kann man als Massaker bezeichnen. Mindestens sechzig Menschen wurden von israelischen Scharfschützen gezielt erschossen, darunter ein beinamputierter Rollstuhlfahrer, ein Journalist und ein 14-jähriges Mädchen. Die Toten der vergangenen Wochen sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Die Proteste im Gazastreifen gingen Beobachtern zufolge von ganz normalen Menschen aus – und nicht von der Hamas. Viele junge, gebildete Palästinenser in Gaza wissen, dass auch die Hamas Schuld trägt an ihrer miserablen Lage. Aber hauptverantwortlich für ihre Unterdrückung und Entrechtung ist die israelische Regierung, und es ist ein legitimes Recht der Palästinenser, dagegen zu protestieren. Von einem Staat, der sich rühmt, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein, sollte man erwarten, dass er Demonstranten nicht einfach abknallt – zumal die meisten Demonstranten unbewaffnet und die Proteste friedlich waren. Dass die Bundeskanzlerin dazu nicht mehr zu sagen hat, als dass ihr die Situation »Sorgen bereite«, ist beschämend. Dass sie just dieser Tage einen Rüstungsvertrag über die Beschaffung von Drohnen mit Israel abschließt, ist skandalös.

Ja, richtig: Was den Friedensprozess betrifft, muss auch die palästinensische Führung für dessen Scheitern verantwortlich gemacht werden. Aber jetzt ist es an der Zeit, der Opfer zu gedenken – und die Verantwortlichen auf israelischer Se