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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Aufgefallen: Der Prediger

Barack Obama ist beim Kirchentag in Berlin ein viel beachteter Gast. Doch wie viel Religiosität nimmt man ihm ab?

Die Nachricht kam völlig überraschend: Barack Obama kommt zum Kirchentag nach Berlin. Sein Thema: »Engagierte Demokratie gestalten: Zu Hause und in der Welt Verantwortung übernehmen«.

Was aber bewegt den einst mächtigsten Mann der Welt, zu einem Kirchentagstreffen nach Berlin zu kommen. Wie viel Religiosität steckt wirklich dahinter? Man kann darüber streiten. Aber Obama hat des Öfteren gezeigt, dass er wie ein Prediger Menschen berühren kann. So bei einer Rede nach dem Tod von Schulkindern, die von einem Waffennarren erschossen worden waren. So vor zwei Jahren, als er am Ende der Traueransprache in einer schwarzen Kirchgemeinde in Carleston »Amazing Grace« anstimmte, die Hymne, die einst den Sklaven Lebensmut gab. Ein weißer Rassist hatte neun Afroamerikaner beim Gebet ermordet. Obamas Reaktion berührte Millionen. Sie zeigte aber auch immer seine Ohnmacht: Bis zur Versöhnung von Weißen und Schwarzen in den USA ist der Weg trotz eines schwarzen Präsidenten noch weit. Mit schärferen Waffengesetzen scheiterte er am US-Kongress.

Religiös erzogen wurde Obama nicht. Zum Glauben an Gott fand er erst spät. Sein Vater kam aus einem muslimischen Elternhaus in Kenia, seine Mutter aus einem christlichen in Kansas. Praktiziert haben sie diesen Glauben so gut wie nicht. Der Vater verließ die Familie, als Barack zwei Jahre alt war. Die Mutter brachte ihm die Achtung vor den Weltreligionen bei. Und vor Gottes Schöpfung, die sie weniger in den Kirchen als in der Natur sah. Bei einem schönen Sonnenuntergang zum Beispiel. Drei Jahre lebte Obama als Kind in Indonesien mit Mutter Ann und deren zweitem Ehemann, besuchte Moscheen und Tempel, eher aus Bildungsdrang.

Seine Bekehrung beschreibt er in s