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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Wow, schau dir Christchurch an

von Ingrid Kölle vom 04.05.2012
Die zweitgrösste Stadt Neuseelands wurde 2011 von mehreren Erdbeben zerstört. Jetzt sorgen junge Leute mit verrückten Ideen dafür,
dass neues Leben aus den Trümmern wächst. »Gap Filler«, auf deutsch »Lückenfüller«, heisst ihr Projekt, das in schweren Zeiten ein Lächeln auf die Lippen zaubert

Seid ihr soweit?«, ruft Coralie Winn zehn Radfahrern zu, die in einem improvisierten Freiluftkino erwartungsvoll auf ihren Sätteln sitzen. Die Räder, mit denen sie gekommen sind, sind auf Ständer installiert worden. Jetzt sollen die Radler fest in die Pedale treten und so den Filmprojektor zum Laufen bringen.

Vor dem Erdbeben stand hier ein Fahrradladen. Davon ist nur noch der Betonboden übrig. Die Zuschauer haben darauf ihre Decken ausgebreitet oder Campingstühle aufgestellt. Es ist ein Sommerabend im Februar - auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten den unseren entgegengesetzt. »Willkommen zu dem mit Pedalkraft betriebenen Kino«, ruft die dreißigjährige Coralie, und das Publikum klatscht und johlt, als die Radler erfolgreich Strom für den Projektor erzeugen. Zwei Wochen lang wurden hier Filme rund um das Thema »Fahrrad« gezeigt. Dann wurde der Platz wieder geräumt. Die meisten der Gap-Filler-Projekte sind zeitlich begrenzt. »Es geht darum, eine dynamische und kreative Stadtkultur auf leeren Plätzen zu schaffen«, erklärt der Architekt und Gap-Filler-Mitbegründer Andrew Just. »Wir wollen Freiräume beleben und Leute dazu anregen, etwas Positives zu tun.« Der 27-Jährige denkt langfristig. Er wünscht sich, dass in zwanzig Jahren noch immer coole Sachen auf leeren Flächen stattfinden und sie nicht nur als Parkplätze genutzt werden.

Die drei jungen Leute, die das »Lückenfüller«-Projekt ins Leben gerufen haben - Coralie, Andrew und Ryan -, verstehen sich in erster Linie als Organisatoren. Sie wollen anderen, kreativen Leuten helfen, »Dinge in Gang zu bringen«.

An einer Straßenecke steht auf einem leeren Platz ein mit Büchern vollgestopfter Kühlschrank und daneben eine Bank - die neue Freiluftbibliothek. Eine mit Münzen betriebene Waschmaschine mit mp3-Player-Anschluss liefert den Sound und die Beleuchtung für ein Tanzstudio im Freien. Das ehemalige Musikinstitut hat Klaviere gestiftet, die von Studenten bunt bemalt wurden. Jetzt laden sie auf Schutthaufen zum Spielen ein. Manchmal geben Jazzmusiker spontane Konzerte. Oft klimpern Vorübergehende einfach ein bisschen drauf herum.

Andrew erzählt, wie sich aus dem Schachspiel-Projekt eine richtig gute nachbarliche Zusammenarbeit entwickelt hat. Auf einer Leerfläche haben die »Gap Filler« ein riesengroßes Schachbrett aufgestellt. Wer spielen will, geht in das Café nebenan und holt sich dort den Schlüssel für die Schachfiguren, die in einem große

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