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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Nur noch kurz das Internet retten

Um das Urheberrecht im Internet zu schützen, will die EU sogenannte Uploadfilter vorschreiben. Oder auch nicht. Die CDU ist jedenfalls dafür. Nein, dagegen. Worum geht es überhaupt? Und was würde Thomas von Aquin dazu sagen?

Die Auseinandersetzung um die EU-Urheberrechtsrichtlinie nimmt immer bizarrere Formen an. Fest steht, dass am 23. März in vielen europäischen Städten Demonstranten gegen die geplante Reform auf die Straßen gehen werden; allein in Deutschland sind rund dreißig Demonstrationen angekündigt. Zum Redaktionsschluss hatten bereits 4 975 124 Menschen eine entsprechende Onlinepetition savetheinternet unterzeichnet. Wer die Reform dagegen noch befürwortet, steht derzeit nicht mehr so ganz fest.

Doch der Reihe nach. Worum geht es beim Schutz des Urheberrechts überhaupt? Wenn Menschen kreativ tätig sind – Texte schreiben, Musik machen oder Filme drehen –, sollten sie für ihre Leistung auch bezahlt werden. Vor allem aber sollten sie, die Urheber, selbst entscheiden können, ob und in welchem Umfang andere ihre Werke nutzen und damit Geld verdienen.

Das zu regeln war noch nie einfach; doch in Zeiten des Internets ist es schwieriger – und wichtiger – denn je geworden. Kopierte früher eine Studentin ein Fachbuch, so wurde der Verlag um eine zwei- bis dreistellige Summe geschädigt. Nahmen Schulkinder Musik auf Kassette auf, entgingen der Plattenfirma ebenfalls Einnahmen in überschaubarer Höhe. Kompensiert wurden diese Verluste durch eine Art Gerätesteuer: Auf jede verkaufte Kassette wurde eine Abgabe fällig. Copyshops, aber auch die Hersteller von Kopiergeräten, müssen den sogenannten »Kopierpfennig« abführen. Das eingenommene Geld wird anschließend an die Urheber ausgeschüttet.

Im Internet geht es jedoch um ganz andere Größenordnungen: Wird ein teures Fachbuch eingescannt und hochgeladen, kann das den Verlag empfindlich schädigen. Und wenn jemand einen kompletten Fil