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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Vorgespräch: Ein neuer Blick auf Afrika

von Eva-Maria Lerch vom 22.03.2019
Fragen an Stefanie Hirsbrunner, die Anfang April das »African Book Festival« in Berlin veranstaltet

Publik-Forum: Frau Hirsbrunner, Sie veranstalten im April das »African Book Festival« in Berlin. Was versprechen Sie sich davon?

Stefanie Hirsbrunner: Einen neuen Blick auf die Politik und die Literatur Afrikas! Anders als bei anderen Literatur-Events sind die afrikanischen Autoren hier nicht nur Gäste, sie gestalten das Programm des Festivals selbst. Die künstlerische Leitung liegt in diesem Jahr bei der simbabwischen Autorin Tsitsi Dangaremba. Alle Themen, Perspektiven, Diskussionen des Festivals liegen komplett in afrikanischer Hand. Literatur ist ein ganz eigener Ansatz, um auf die Wirklichkeit dieses Kontinents zu schauen, der sonst immer nur aus westlicher Sicht problematisiert wird.

Schreiben Afrikaner und Afrikanerinnen anders als europäische Autoren?

Hirsbrunner: Jeder Autor und jede Autorin schreibt anders! Aber genau wie Europäer erzählen afrikanische Autoren gute Geschichten. Das ist ja gerade das, was wir bei dem Festival zeigen wollen. Im deutschen Sprachraum werden Afrikas Autoren bisher vernachlässigt: Von den 180 Büchern, die hier von 22 renommierten, preisgekrönten Festivalgästen präsentiert werden, sind gerade acht ins Deutsche übersetzt worden.

In welcher Sprache findet das Festival statt?

Hirsbrunner: Auf Englisch. Aber das meiste wird auch auf Deutsch übersetzt.

Was passiert denn da alles?

Hirsbrunner: Bei der Eröffnungsfeier stehen der ARD-Fernsehkritiker Dennis Scheck und der nigerianische Autor Ben Okri auf der Bühne und sprechen über dessen neuen Roman »The Freedom Artist« und die afrikanische Literatur. Dann gibt es Musik, Lesungen, Performances, Konzerte, eine »Poetry Night« mit afrikanischen Lyrikerinnen. Und Diskussionen zu Migration, zu feministischer Literatur, zur präkolonialen Geschichte Afrikas …

Ich bin bisher nur einmal in Afrika gewesen, in Ghana. Dort habe ich in den Städten kaum einen Buchladen gefunden. Wie verbreitet sich Literatur in Afrika?

Hirsbrunner: Pauschal kann man das für den Kontinent kaum sagen. Die Vertriebswege laufen dort häufig ganz anders als hier: Bücher werden häufig auch auf dem Handy, dem Laptop oder dem E-Reader gelesen. Auch auf den groß

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