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Krieg gegen die Ukraine
Winter als Waffe

Die Russisch-Orthodoxe Kirche schweigt zu den Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Ein Kommentar.
von Michael Schrom vom 21.02.2026
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(Foto: IMAGO/Anadolu Agency/Diego Herrera Carcedo)
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Wer bei minus 20 Grad Heizkraftwerke bombardiert oder bombardieren lässt, ist ein Kriegsverbrecher. Er will ganz bewusst den größtmöglichen Schaden anrichten. Er will, dass verletzliche Gruppen besonders leiden. Denn Schwangere, Säuglinge, Kinder, Alte und Schwache sind vom Kältetod besonders bedroht. Also just jene Personengruppen, die von den Genfer Konventionen besonders geschützt sind. Wieder einmal scheint sich die Annahme des preußischen Militärwissenschaftlers Carl von Clausewitz zu bestätigen, dass Krieg immer bis zur völligen Erschöpfung geführt wird. Und: Er wird umso grausamer, je höher er ideologisch aufgeladen ist. Das ist beim russisch-ukrainischen Krieg eindeutig der Fall. Aus russischer Sicht handelt es sich bei der Ukraine um ein ethnisches Brudervolk, das unter eine vom Westen gesteuerte Naziherrschaft geraten ist und befreit werden muss. Das steht zwar im Widerspruch zur realen Kriegsführung, trotzdem unterstützt die Elite der Russisch-Orthodoxen Kirche, insbesondere der Moskauer Patriarch Kyrill, dieses Narrativ nach Kräften. Wieder einmal liefert die Kirche mit der Rede vom »Heiligen Krieg« die religiöse Begleitmusik zur Barbarei. Dass sie angesichts der zerstörten Kraftwerke kein Wort der Mäßigung ausspricht oder wenigstens ein Zeichen der Empathie setzt, ist beschämend. Mit welcher moralischen Autorität will denn die Russisch-Orthodoxe Kirche das Evangelium in der Ukraine verkünden, sollte sie nach einem Sieg Putins dort zur alleinigen Staatskirche aufsteigen? Wer könnte ihr noch ein Wort glauben? Und warum setzt der Ökumenische Rat der Kirchen kein deutlicheres Zeichen – etwa indem er die Mitgliedschaft der Russisch-Orthodoxen Kirche aussetzt? Zumindest so lange, bis die Rede vom »Heiligen Krieg« offiziell zurückgenommen ist?

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