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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Täglich der Schöpfung dienen

von Norbert Copray vom 14.02.2020
Buch des Monats: Die Klimakrise erfordert einen neuen religiösen Bildungsansatz

Katrin Bederna
Every Day for Future
Theologie und religiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung. Grünewald. 292 Seiten. 28 €

»Weil ihr uns die Zukunft klaut«, rufen junge Menschen in der Fridays for Future-Bewegung und begründen so ihren prophetischen Protest gegen die herrschenden Generationen. Mitsamt Science for Future und Parents for Future. Damit erweitern sie die oft beschworene Perspektive individueller Verhaltensänderungen um politische und ökonomische Dimensionen und treiben Politik und Konzerne vor sich her. Junge Menschen nehmen ernst, was Erwachsene auf Klimagipfeln vereinbart haben. Sie drängen auf deren Umsetzung, damit auch sie und ihre Kinder eine lebenswerte Zukunft haben können. Etliche Jugendliche verhalten sich so, als hätten sie bereits eine »Bildung für nachhaltige Entwicklung« (BNE) durchlaufen, wie sie von den Vereinten Nationen propagiert worden ist.

Katrin Bederna entfaltet in ihrem Buch »Every Day for Future« Perspektiven für eine »Theologie und Bildung für nachhaltige Entwicklung«, die den »Schrei der Schwester Erde« und die »Klage der Armen« aufnimmt und so den starken Impuls, den Papst Franziskus mit seiner Enzyklika »Laudato si« gesetzt hat. Bederna, katholische Theologie- und Religionspädagogikprofessorin an der PH Ludwigsburg, weiß um den inflationären Gebrauch des Wortes Nachhaltigkeit, weiß indes das »Prinzip Nachhaltigkeit« exzellent in der Trias von Ökonomie, Ökologie und Sozialität zu verorten und gegen rhetorische oder ideologische Herabsetzung zu verteidigen.

Mit den Klimagipfeln, dem Zustand der Erde und mit dem Syndrom des Klimawandels sind die Bedingungen der menschlichen Existenz extrem unter Druck. Institutionen, Großakteure und die Menschheit sind so sehr herausgefordert, dass eine BNE nötig ist und schleunigst in Bildungsprozesse und Unterricht einfließen muss. Bederna zeigt, wie die traditionelle Schöpfungstheologie und Umweltbildung dabei nicht mehr weit trägt und es eines neuen Bildungsansatzes bedarf, den sie sachgerecht und theologiegesättigt skizziert. Wo Freiheit und Nachhaltigkeit gegeneinandergestellt werden, ist es geboten, den Gegensatz zu überwinden für die Freiheit aller anstatt nur elitärer Gruppen und die Handlungsfreiheit aller anstatt weniger. So gilt die Bildung dem global

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