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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

Worum es in Hongkong geht

von Shi Ming vom 28.10.2014
China regiert Hongkong bisher nach dem Modell »Ein Land, zwei Systeme«. Doch die Ankündigung aus Peking, den Verwaltungschef nicht frei wählen zu lassen und der große Protest gegen diese Entscheidung bringen einiges in Bewegung. Und das nicht nur in Hongkong. Der chinesische Journalist Shi Ming, der in Berlin lebt, über die Hintergründe
Machtvoller Protest: Peking ist bislang nicht auf die Forderung der Demonstranten nach einer freien Wahl des Verwaltungschefs im Jahr 2017 eingegangen. Neu ist, dass die Hongkonger Wirtschaftselite bisher schweigt und sich nicht offen auf die Seite Chinas stellt (Foto: pa/landov/Stephen Shaver)
Machtvoller Protest: Peking ist bislang nicht auf die Forderung der Demonstranten nach einer freien Wahl des Verwaltungschefs im Jahr 2017 eingegangen. Neu ist, dass die Hongkonger Wirtschaftselite bisher schweigt und sich nicht offen auf die Seite Chinas stellt (Foto: pa/landov/Stephen Shaver)

Jedes Mal, wenn aus Hongkong eine hochrangige Delegation nach Peking pilgert, bestätigt allein der Besuch, wie sehr die Hongkonger Elite Pekings Gunst braucht. Ihr wird diese Gunst zuteil, und sie bedankt sich artig dafür. So war es bisher. Am 22. September empfing Chinas Staatschef Xi Jinping wieder eine Delegation. Ihr gehörten Milliardäre wie Li Ka-shing an, dessen Worte Befehlscharakter in Hongkong haben. Xi Jinping gelobte, Hongkongs Autonomie nach dem Modell »Ein Land, zwei Systeme« bleibe unantastbar.

Die Hongkonger Wirtschaftselite schweigt

Doch diesmal zeigten die Pilger keinen Dank mehr und gelobten auch nicht, Hongkongs Wirtschaft würde mit Peking durch dick und dünn gehen. Sechs Tage später, am 28. September, protestierten Zigtausende Hongkonger auf der Straße gegen die Pekinger Macht. Grund war, dass die chinesische Regierung angekündigt hatte, die Hongkonger 2017 nicht wie versprochen ihren Verwaltungschef frei wählen zu lassen. Stattdessen soll ein von Peking vorbestimmter Kandidat inthronisiert werden. Die Unruhen, die daraufhin ausbrachen, dauern noch an. Und die sonst Peking hörige Wirtschaftselite Hongkongs schweigt. Niemand aus den Clubs der Reichen tritt auf und ergreift mit Appellen, man möge Hongkongs Wirtschaftszukunft nicht mittels zivilem Ungehorsam aufs Spiel setzen, Partei für China. Solche Aufrufe haben die Reichen Hongkongs dem Fußvolk sonst nach jeder »Pekinger Pilgerreise« verabreicht. Diesmal aber herrscht Funkstille.

In aller Stille, aber mit voller Wucht, flieht Kapital aus Hongkong und aus China in die USA, nach Europa und Kanada. Allein Hutchison Wampoa und Cheung Kong Holdings,

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