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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2014
Wie mich mein Glaube trägt
Von Menschen, die Gott suchen
Der Inhalt:

Glitzernde Zukunft

von Hans-Christoph Neidlein vom 24.10.2014
Vor Kurzem wurde der bisher größte Solarpark auf den Philippinen eingeweiht: Symbol der Energiewende in dem Staat, der aus mehr als 7000 Inseln besteht

In unzähligen Kurven schlängelt sich die Straße die zerklüfteten Vulkanhänge von Negros Occidental hinunter. Am Straßenrand winken Kinder. Wir fahren an einfachen, kleinen Häuschen vorbei, die teils noch in traditioneller Bauweise aus Bambus oder Rattan errichtet sind und auf Stelzen stehen. Am Horizont die Berge der Nachbarinsel Cebu. Dann sehen wir vor uns plötzlich eine riesige glitzernde Fläche, die futuristisch anmutet. Zehntausende von Solarmodulen, montiert auf Montage gestellen aus Aluminium, säumen die Ortsausgangsstraße und die angrenzenden Zuckerrohrfelder in der Wirtschaftszone der 130 000 Einwohner zählenden Stadt San Carlos City. Wir haben ihn erreicht, den größten Solarpark der Philippinen, Symbol der Energiewende des sonnenreichen Inselstaates.

Über 50 000 Menschen versorgt der Park mit jährlich rund 35 Millionen Kilowattstunden Solarstrom. Direkt neben dem Park verläuft eine Hochspannungsleitung, in die eingespeist wird. Die Gesamtinvestitionskosten des Projekts betrugen rund 33 Millionen Euro. Realisiert wurde es vom örtlichen Entwickler Bronzeoak Philip pines und der Thomas Lloyd Group. Das Investment-Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart und Zürich ist seit 2008 auf den Philippinen in Sachen erneuerbare Energien aktiv. Inzwischen wurde es an einen Betreiber verkauft, der pro erzeugter Kilowattstunde Solarstrom zwanzig Jahre lang einen Einspeisetarif in Höhe von 9,68 Pesos pro Kilowattstunde – umgerechnet 0,17 Euro – erhält. Damit ist der Solarpark in San Carlos das erste Fotovoltaik-Projekt auf den Philippinen, das nach dem bereits im Jahr 2008 verabschiedeten »Renewable Energy Act« vergütet wird.

Für Energieexperten steht schon lange fest, dass das asiatische Land mit seinen 7100 Inseln für die dezentrale Produktion und Nutzung von Solarstrom wie geschaffen ist. Bürokratische Hürden und politische Widerstände haben den Einstieg in die Fotovoltaik viele Jahre lang verzögert. Doch jetzt gibt es das philippinische Erneuerbare-Energien-Gesetz. Und der Solarpark in San Carlos City hat nun Signalwirkung für einen verstärkten Ausbau der Fotovoltaik. Im Sommer wurde eine Gesetzesnovelle verabschiedet, die den Förderdeckel für Solarprojekte von bisher 50 Megawatt auf 500 Megawatt erhöhte. Zudem erhalten Anlagen, die bis zum 15. März 2015 in Betrieb genommen werden, den Einspeisetarif in der bisherigen Höhe.

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