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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
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Was ist heute konservativ?

von Alexander Schwabe vom 07.12.2018
Rot-Grün ist out, die AfD in allen Parlamenten, und in der CDU sind die Altvorderen wieder stark – Deutschland rückt nach rechts. Dabei hat der Konservatismus ein Problem mit sich selbst, denn der Wandel ist das Bleibende
Wer bestimmt, was heute konservativ ist? Sind es Wirtschaftsliberale wie Friedrich Merz (CDU), Wertkonservative wie Winfried Kretschmann (Grüne) oder Nationalkonservative wie Alexander Dobrindt (CSU)?
Wer bestimmt, was heute konservativ ist? Sind es Wirtschaftsliberale wie Friedrich Merz (CDU), Wertkonservative wie Winfried Kretschmann (Grüne) oder Nationalkonservative wie Alexander Dobrindt (CSU)?

Als Friedrich Merz neulich in einer Talkshow saß, wirkte er wie ein Mann von Widersprüchen. Er wolle Wähler am rechten Rand zurückgewinnen. Als Vorbild pries er Alfred Dregger, den nationalkonservativen Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag der 1980er-Jahre. Und zugleich wolle er von den Grünen Wähler zurückholen. Ein politischer Spagat höchster Spreizbarkeit. Ferner wolle er »nach vorne schauen« und die CDU zukunftsfähig machen. Wodurch? Es folgten Schlagwörter aus dem Politjargon der Bonner Republik, frisch wie der Muff von 16 Jahren Helmut Kohl: Rechtssicherheit, Innere Sicherheit, Straßenbau. Sein Wiederkäuen klassisch-konservativer Themen aus der Law-and-Order-Schublade, seine Infragestellung des Asylrechts und sein verzerrtes wirtschaftsliberales Selbstimage (gehobener Mittelstand mit Flugzeug) führten dazu, dass ihn Medien während des Schaulaufens mit den Konkurrenten Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn für den Parteivorsitz als den Gestrigen ausmachten. In Wahrheit ist Angela Merkel heute die Frau von gestern, Merz also der Vorgestrige.

Mit dem Wechsel an der Parteispitze einher geht bei der CDU die Suche nach ihrem Markenkern. Schon lange ist Merkels Mittelkurs vielen Konservativen zu lau. Nun bietet sich die Chance für eine Kurskorrektur nach rechts. Doch wie soll ein Konservatismus aussehen, der gleichermaßen nach rechts und links schielt? Und wie kann es gelingen, die Merkel-Wähler der Mitte zu halten, wenn rechts am Rande des Trüben gefischt wird? Ist die CDU, die sich ähnlich wie die SPD erneuern muss, auf der Suche nach der verlorenen Ideologie? Oder ist Konservatismus gar keine Ideologie?

Der Konservatismus unterscheidet sich von den beiden anderen großen, historisch bed

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