Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Schluss mit dem Eingelullt-Werden

Die CDU-Mitglieder haben sich am Wettkampf um die Merkel-Nachfolge begeistert. Er belebt Partei und Demokratie

Aus ganz Niedersachsen sind sie in die Halle am Hafen nach Bremen gekommen. Es ist die siebte von acht Regionalkonferenzen der CDU. Rund 2000 Mitglieder wollen sich ein Bild von den drei Kandidaten für die Merkel-Nachfolge an der Parteispitze machen. Wenige Tage vor der Wahl haben viele einen Favoriten oder eine Favoritin, zumindest »eine Tendenz«. Andere sind noch völlig offen. Doch sie alle nehmen sich einen Abend Zeit und manche noch die halbe Nacht für die Rückreise, um Basisdemokratie zu üben: sich selbst ein Bild zu machen und mitzureden, wer die Partei künftig wie und mit welcher Ausrichtung führen soll. Dabei können die allermeisten gar nicht mitentscheiden, weil sie keine Delegierten auf dem Parteitag sind. Aber fast alle fordern: Wenn sie sich schon für die Partei engagieren, wollen sie gefragt werden und nicht nur Ratschlüsse aus dem Kanzleramt abnicken, wie es in der CDU jahrzehntelang üblich war, auch unter der Parteimodernisiererin Merkel. Mit ihrer sogenannten asymmetrischen Demobilisierung – kaum Position zu beziehen, um der Konkurrenz keine Angriffsfläche zu bieten – habe sie nicht nur die Gegner eingelullt, »sondern auch uns demotiviert«, klagt ein junger Mann während der Aussprache.

Damit soll Schluss sein. Die Mitglieder sollen in Zukunft mitreden und mitentscheiden, versprechen alle drei Kandidaten. Früher, sagt Ex-Fraktionschef Friedrich Merz in seiner Bewerbungsrede, hätte man ein Mitglied nachts wecken und fragen können, warum es in der Partei sei. Heute scheint das vielen nicht klar zu sein. Merkel hat den Kurs in zentralen Fragen wie der Wehrpflicht, der Atomkraft, dem Familienbild und der Einwanderungsfrage so sehr geändert, dass die Partei ihre Orientierung verloren hat. »Wir wollen wieder w