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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Im toten Winkel des Westens

Russland und die Ukraine brauchen mehr Beachtung. Nicht nur im Konfliktfall

Nun ist es wieder einmal so weit: wir reden über die Ukraine. Weil es uns alle betrifft. Aber warum betrifft es uns nicht auch sonst? Wenn kein Konflikt eskaliert? Wenn es keine Sorge vor einer militärischen Konfrontation gibt, deren Folgen nicht absehbar sind?

Die Ukraine: Das ist so etwas wie der tote Winkel im Rückspiegel eines Lasters. Ein Winkel, auf den wir dann aufmerksam werden, wenn ein Crash droht oder es mal wieder geknallt hat, weil einer die Vorfahrt nicht beachtet hat. In diesem Fall hat zum ersten Mal das russische Militär unter eigener Flagge die Streitkräfte der Ukraine angegriffen, Offiziere festgenommen und Schiffe an der Weiterfahrt in die beiden ukrainischen Häfen Berdjansk und Mariupol gehindert. Dort werden Stahl, Kohle und Getreide umgeschlagen. Für die wirtschaftlich so klamme Ukraine ist das überlebenswichtig.

Doch es wäre kurzsichtig und wenig hilfreich, wenn Deutschland nun Sanktionen gegen Russland verhängen oder dem Land drohen würde. »Der Konflikt ist weder mit der Brechstange noch mit dem Megaphon, sondern nur durch Dialog zu lösen«, betonte Außenminister Heiko Maas dieser Tage.

Seit 2014 versucht Deutschland mit Frankreich zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Doch das reicht nicht: »Der Erfolg der europäischen Einigung zeigt, dass Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit die Voraussetzung konstruktiver Kooperation sind. Das gilt für Europa und das gilt weltweit«, hat der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher einmal gesagt. Von dieser Ebenbürtigkeit sind wir sowohl gegenüber der Ukraine als auch Russland meilenweit entfernt. Beide Länder brauchen einen Dialog auf Augenhöhe. Unser aufrichtiges und kontinuierliches Interesse an i