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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2015
Und der Mensch schuf das Netz
Gott in der digitalen Revolution
Der Inhalt:

Sonderstatus für Stasi-Akten?

vom 13.04.2015
Der Streit um den besonderen Status der Stasi-Akten und damit auch um die Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen wogt seit Langem. Bis 2019 ist der Status gesichert. Nun wird ein Expertengremium Empfehlungen für den Bundestag ausarbeiten: Sollen die Akten weiter im Sonderstatus von der Stasi-Unterlagenbehörde verwaltet werden? Ein Pro- und Contra – und Thema unserer aktuellen Umfrage
Sonderstatus für Stasi-Akten? Brauchen wir die Stasi-Unterlagen-Behörde eigentlich immer noch? Tina Krone (links) sagt: "Ja!" Thomas Krüger (rechts) sagt: "Nein!" (Fotos: RHG/Uta Schützendorf; pa/dpa/Bernd von Jutrczenka)
Sonderstatus für Stasi-Akten? Brauchen wir die Stasi-Unterlagen-Behörde eigentlich immer noch? Tina Krone (links) sagt: "Ja!" Thomas Krüger (rechts) sagt: "Nein!" (Fotos: RHG/Uta Schützendorf; pa/dpa/Bernd von Jutrczenka)

Tina Krone: »Ja, denn das ist ein einzigartiges Archivgut«

»Ein besonderes Archivgut bedarf eines besonderen Umgangs. Darum plädiere ich dafür, die Stasi-Unterlagen-Behörde als unverwechselbaren Ort für die Aufbewahrung und Verwaltung der Akten zu erhalten. Die Stasi-Akten wurden 1989 vor der Vernichtung gerettet und friedlich gesichert. Mit der Besetzung der Stasi-Gebäude von Leipzig bis Berlin wurde die wichtigste Machtstütze der SED-Diktatur beseitigt. Damals 1989/90 war eine zentrale Forderung, die Hinterlassenschaft dieser Behörde aufzubewahren. Die Akten sollten einen Sonderstatus bekommen. Damit haben die Menschen ihre Leben, ihre Biografien wieder in die eigenen Hände genommen. Das hat einen tiefen Wert für die Gesellschaft, die Demokratie, die kommenden Generationen. Die Stasi-Unterlagen-Behörde gilt deshalb für viele im ehemaligen Ostblock, aber auch weltweit als Symbol des Endes der Bevormundung und Entwürdigung von Menschen. Sie hat für sie eine Vorbildfunktion und ist im Übrigen weltweit einzigartig.

Die Behörde wurde damals mit einem Auftrag und besonderen Aufgaben eröffnet. Ich sehe nicht, dass diese besonderen Aufgaben bis 2019 erfüllt sind. Zum Beispiel die Akteneinsicht der Opfer. Es gibt immer noch etwa 70 000 Anfragen pro Jahr. Das Zweite sind Anfragen an die Behörde. Sie betreffen nicht nur die Überprüfung auf Stasi-Mitarbeit. Es geht auch um Anfragen von Ämtern und Gerichten, Rehabilitierung und Entschädigung betreffend. Die für die Aufbewahrung der Akten im Bundesarchiv plädieren, sagen, dass das auch dort

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