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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2013
Vertrauen, verändern, genießen
Margot Käßmann über die Zukunft der Christen
Der Inhalt:

Olympische Spiele boykottieren?

Im Februar 2014 finden im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele statt. Sollen sie boykottiert werden, weil in Russland jegliche Äußerung über Homosexualität in der Öffentlichkeit seit dem Sommer per Gesetz unter Strafe gestellt wurde und Schwule und Lesben sich ihres Lebens nicht mehr sicher fühlen? Ein Pro und Contra
Mitglieder der Gesellschaft für bedrohte Völker protestieren am 04.12.2013 in Kassel am Rande des sog. "Petersburger Dialogs" zwischen Russen und Deutschen gegen die russische Politik. Menschenrechtsverletzungen sind in Russland an der Tagesordnung. Würde ein Boykott der Olympischen Winterspiele in dem Land die Lage bedrohter Menschen verbessern? Das ist Thema unserer Online-Umfrage. (Foto: pa/Zucchi)
Mitglieder der Gesellschaft für bedrohte Völker protestieren am 04.12.2013 in Kassel am Rande des sog. "Petersburger Dialogs" zwischen Russen und Deutschen gegen die russische Politik. Menschenrechtsverletzungen sind in Russland an der Tagesordnung. Würde ein Boykott der Olympischen Winterspiele in dem Land die Lage bedrohter Menschen verbessern? Das ist Thema unserer Online-Umfrage. (Foto: pa/Zucchi)

Jelena Kostjuschenko: »Ja, ein Boykott trifft Putins Nerv«

»Ich bin für einen Boykott der Olympischen Spiele in Sotschi. Wenn es etwas gibt, das dieses politische System schmerzhaft treffen kann, ist es der Boykott. Für Putin soll Olympia alles überstrahlen, all die politischen Misserfolge, all die Korruption der vergangenen Jahre. Aber ich glaube nicht daran, dass es zum Boykott kommt. Weil für europäische Sportler die Olympischen Spiele das wichtigste Ereignis in ihrem Leben sind. Und sportliche Siege sind für Sportler wertvoller als das Schicksal russischer Homosexueller.

Wenn sie schon an den Spielen teilnehmen, dann sollten die Sportler mit Regenbogenfahnen auflaufen – sich zum Beispiel die Fingernägel in den Farben des Regenbogens lackieren, wie es die schwedischen Sportlerinnen Emma Green Tregaro und Moa Hjelmer bei der Leichtathletik-WM in Moskau vorgemacht haben. Küsse auf dem Siegertreppchen wären auch gut. Sieben Millionen Russen, die homo-, bi- oder transsexuell sind, würden die Unterstützung von ganz oben spüren. Darunter viele Teenager, die das neue Homosexuellengesetz ganz besonders trifft.

Die mutigsten Gäste und Sportler könnten zudem an der Gay-Parade teilnehmen, die russische Homosexuelle in den Straßen von Sotschi planen. Aber diese Mutigen muss ich warnen, da nach dem neuen Gesetz über Homosexuellen-Propaganda Ausländer, die sich nicht gesetzeskonform verhalten, des Landes verwiesen werden können.

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Kommentare
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Mirko Hein
13.12.201311:42
Wie dem Artikel zu entnehmen ist, steht Homosexualität in Russland nicht unter Strafe. Für eine Sache, die nach biblischer Überzeugung Sünde (welch böses altmodisches Wort)genannt wird, sollte meiner Ansicht nach tatsächlich keine Lobbyarbeit betrieben werden dürfen! Wenn Gottes Ansprüche ernst genommen werden, kann man als Christ nicht daran vorbei.