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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2014
Da geht noch was!
Träume leben im Alter
Der Inhalt:

Fair Trade statt Freihandel

von Wolfgang Kessler vom 30.09.2014
Der Konflikt um das Freihandelsabkommen TTIP zeigt: Wer Menschen und Natur schützen will, braucht eine Alternative zum freien Weltmarkt. Das Fair Trade-Konzept sieht vor, Produzenten einen Vorteil einzuräumen, wenn sie besonders gerecht, besonders nachhaltig und besonders umweltfreundlich arbeiten
Ungeregelter Welthandel: Eine chinesische Fabrik produziert Billigwaren, die unter anderem bei Primark angeboten werden. ?Deshalb protestieren Jugendliche gegen die Eröffnung einer neuen Filiale des irischen Unternehmens am Alexanderplatz in Berlin (Foto: pa/Lejeune)
Ungeregelter Welthandel: Eine chinesische Fabrik produziert Billigwaren, die unter anderem bei Primark angeboten werden. ?Deshalb protestieren Jugendliche gegen die Eröffnung einer neuen Filiale des irischen Unternehmens am Alexanderplatz in Berlin (Foto: pa/Lejeune)

Der Kolumbianer Carlos Olaya erlebt bereits, was Freihandel bedeutet. Am 1. August ist das Freihandelsabkommen zwischen seinem Heimatland Kolumbien und der Europäischen Union in Kraft getreten. Seit Monaten registriert er, wie sich die Konkurrenz für die Betriebe durch Importe verschärft. »Die Unternehmer drücken die Löhne.« Mehr Nahrungsmittel wie Milchpulver werden seither importiert. »Unsere Kleinbauern können da nicht mithalten.« Für Carlos Olaya steht fest: Freihandel ist vor allem ein Vorteil für globale Konzerne.

Für US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Kommissare ist Freihandel dagegen eine große Vision. »Ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU wäre ein Riesenschritt zu mehr Wirtschaftswachstum, das auch neue Arbeitsplätze schaffen würde«, sagt Angela Merkel. Deshalb verhandeln Europäer und US-Amerikaner seit gut einem Jahr abwechselnd in Brüssel und Washington über diese Vision von Freihandel – hinter verschlossenen Türen. Dass sie fest entschlossen sind, dieses Abkommen auch gegen den Widerstand der Bürger durchzusetzen, zeigt die Weigerung der EU-Kommission, eine von 230 Organisationen aus 21 Ländern getragene europäische Bürgerinitiative zu diesem Thema auch nur zuzulassen. Die Begründung: Eine europäische Bürgerinitiative könnte nur ein bestehendes Gesetz ändern oder ein neues vorschlagen – doch über das transatla

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