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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2016
Vertrumpt!
Wie die Populisten die Welt erobern
Der Inhalt:

Ein Freiheits- und Einheitsdenkmal?

Der Bundestag hat es vor einiger Zeit beschlossen: In Berlin soll es ein Denkmal geben, das an die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit erinnert. Eine begehbare Wippe sollte es sein. Die wurde jetzt aber gekippt. Zu teuer, hieß es. Doch die Diskussion geht weiter: Brauchen wir ein solches Denkmal? Ein Pro und Contra
Brauchen wir ein Denkmal, das an die Friedliche Revolution von 1989 erinnert? Wolfgang Thierse (links) sagt: "Ja!" Hans-Jürgen Röder (rechts) findet: "Nein, wir können anders gedenken!" (Fotos: www.thierse.de; epd/lindoerfer)
Brauchen wir ein Denkmal, das an die Friedliche Revolution von 1989 erinnert? Wolfgang Thierse (links) sagt: "Ja!" Hans-Jürgen Röder (rechts) findet: "Nein, wir können anders gedenken!" (Fotos: www.thierse.de; epd/lindoerfer)

Wolfgang Thierse: »Ja, das macht Mut!«

»Dürfen wir uns in Deutschland, in Berlin, an die Friedliche Revolution von 1989/90 mit Freude, mit ein wenig Stolz erinnern? Ich hoffe, ja. Dürfen wir das auch durch ein Denkmal tun, in einem Denkmal ausdrücken? Ich meine, ja. Der Entwurf für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal, das diesem Zweck dienen soll, ist bis zur Baureife und Baugenehmigung gediehen. Die »Waage« – von manchen auch Wippe genannt – soll kein heroisches Denkmal sein, sondern auf spielerische Weise etwas Grundlegendes der Friedlichen Revolution symbolisch ausdrücken: Bürger in Bewegung können die Waage der Geschichte neigen, wenn sie sich einig werden, wohin sie wollen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat dieses Denkmal mit der Begründung einer »Kostenexplosion« (von drei Millionen Euro) überraschend gekippt. Inzwischen hat er aber seine eigene Begründung Lügen gestraft: Er will nun 18 (!) Millionen ausgeben für die Wiedererrichtung wilhelminischer Kolonnaden um ein leeres Denkmalspodest, das eigentlich der Ort des neuen Freiheitsdenkmals sein sollte.

Welch Trauerspiel! Verraten diese Entscheidungen doch eine tiefe Verachtung des Beitrages der Ostdeutschen zur deutschen Demokratiegeschichte! Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte ist es gelungen, Freiheit und Einheit nicht zu Gegensätzen werden zu lassen. Eine Freiheitsbewegung von unten, die die Einheit ermöglichte und dabei nicht die Freiheit verriet: Dürfen wir dieses historischen Glücks nich

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