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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Hat Bernie Sanders noch eine Chance bei den US-Demokraten?

von Dorothea Hahn vom 16.03.2020
Im US-Vorwahlkampf hat Bernie Sanders, der linke Kandidat der Demokraten, jüngst Niederlagen erlitten. Aber es ist zu früh, ihn schon abzuschreiben
Sanders im Wahlkampf: Bei vielen Bürgern ist er beliebt, nicht jedoch in der Parteiführung der Demokraten (Foto: Sara Stathas / Alamy Stock Photo)
Sanders im Wahlkampf: Bei vielen Bürgern ist er beliebt, nicht jedoch in der Parteiführung der Demokraten (Foto: Sara Stathas / Alamy Stock Photo)

Milliardäre, sagt Bernie Sanders, »sollte es nicht geben«. Mit solchen Sätzen, mit denen er auch die Geldgeber der Demokratischen Partei meint, hat der Senator die USA verändert. Er ist 78 Jahre alt, kommt aus dem winzigen Bundesstaat Vermont, überlebte erst vor fünf Monaten einen Herzinfarkt und hat weder einen Parteiapparat noch einflussreiche Wirtschaftslobbys hinter sich. Aber er hat es geschafft, Missstände anzuprangern, die Menschen überall im Land spüren. Er hat Worte gefunden, um zu beschreiben, dass ihre Reallöhne seit Jahrzehnten stagnieren, während die Vermögen der »Oligarchen« rasant schnell wachsen; dass ihre Kinder nur zu dem Preis lebenslänglicher Schuldenlasten studieren können; und dass trotz Gesundheitsreform immer noch zig Millionen weder krankenversichert sind noch medizinisch gut versorgt werden.

Schon 2016 war Sanders im Vorwahlkampf der Demokraten eine Sensation. Der Außenseiter, der seit 1990 als Unabhängiger im US-Kongress sitzt, treibt die Favoritin der Parteiführung, Hillary Clinton, in die Enge. Er redet so laut und leidenschaftlich wie ein linker Aktivist und schreibt dabei mit der rechten Hand Worte in die Luft. In 23 Bundesstaaten siegt Sanders gegen sie, bevor Clinton am Ende doch noch die Nominierung schafft. Seither ist Clinton weitgehend von der Bühne verschwunden.

Sanders’ klassenkämpferische Forderungen hingegen blieben. Bei den Halbzeitwahlen von 2018 bekommt der Senator Verstärkung durch junge Politikerinnen, die mit ähnlichen Programmen wie seinem ins Repräsentantenhaus gewählt werden. Unter ihnen ist die dreißigjährige New Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez, die jüngste Abgeordnete im Repräsentantenhaus und eine mitreißende Rednerin, die oft gemeinsam mit ihm auf

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