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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2011
Basteln am Selbst
Immer mehr Menschen wollen sich optimieren - um jeden Preis
Der Inhalt:

Die Kunst, kein Egoist zu sein

von Wolfgang Kessler vom 13.01.2011
Die Menschen wollen im Einklang mit anderen glücklich werden, sagen Zukunftsforscher. Nach der Philosophie: Lieber besser leben als mehr haben! Doch was hält uns dann davon ab?

Die Welt wird besser, weil die Menschen anders leben. Darauf hoffen so manche Zukunftsforscher und Philosophen in ihren Prognosen für das Jahr 2011. Zum Beispiel Horst Opaschowski. Gerade siebzig Jahre alt geworden, sieht der Altmeister der Zukunftsforschung optimistisch in die Zukunft: »Statt auf das Immer-Mehr wird jetzt mehr Wert auf das Immer-Besser gelegt.« Besser leben statt mehr haben, das sei das Ziel von immer mehr Menschen. Dabei weiß sich der Zukunftsforscher eins mit Hirnforschern wie Gerald Hüther, mit der Glücksforschung oder mit Philosophen wie Richard David Precht. Sie alle betonen, dass die Menschen vor allem als soziale Wesen im Einklang mit anderen glücklich werden – und nicht in erster Linie durch mehr Autos, Computer und Stereoanlagen.

Glaubt man diesen Einschätzungen, dann steht die Wende vom nutzenkalkulierenden »Homo oeconomicus« zum sozial und nachhaltig lebenden Menschen bereits kurz bevor. Allerdings hält dieser Glaube nur so lange an, bis er auf die Wirklichkeit trifft. Dann stellt sich nämlich schnell heraus: »Die Kunst, kein Egoist zu sein« – so nennt Richard David Precht sein neues Buch –, ist weitaus schwieriger als der Versuch, Egoist zu bleiben.

Die Gierigen als Vorbilder

Im wirklichen Leben sind die Menschen weit von einer nachhaltigen und solidarischen Lebensweise entfernt. Zu dieser Schlussfolgerung kommen politische Praktiker und Sozialwissenschaftler. So vermisst der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück vor allem bei der wirtschaftlichen Elite – und bei den Reichen insgesamt – jede Art von Solidarität. Er diagnostiziert einen wachsenden Egoismus und eine um sich greifende Gier, die sich auch Mittelschichtler zum Vorbil

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