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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2012
Erotisches Begehren
Die Sehnsüchte der Menschen und die katholische Sexualmoral
Der Inhalt:

Die Angst der syrischen Christen

von Thomas Seiterich vom 08.08.2012
Aus Furcht vor einem Sieg des radikalen Islams verdrängen die Kirchenführer in Syrien die Verbrechen des Assad-Regimes
Bis heute eng vertraut: Syriens Noch-Präsident Bashar al-Assad (rechts) und Patriarch Gregoire Laham, der Leiter der mit Rom verbundenen Melkitischen Kirche Syriens, beim einem Gespräch im Jahr 2008. (Foto: pa/Badawi)
Bis heute eng vertraut: Syriens Noch-Präsident Bashar al-Assad (rechts) und Patriarch Gregoire Laham, der Leiter der mit Rom verbundenen Melkitischen Kirche Syriens, beim einem Gespräch im Jahr 2008. (Foto: pa/Badawi)

Tag für Tag ertönen Alarmrufe von Kirchenführern aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Die Dringlichkeit und Drastik der Hilfeschreie steigt, je mehr das bedenkenlose Assad-Regime und sein massenmörderisches Militär im Krieg gegen die Bevölkerungsmehrheit in Bedrängnis gerät.

Tatsächlich befindet sich die 10-Prozent-Minderheit der Christen, die in gut ein Dutzend verschiedene Kirchen und Konfessionen gespalten ist, in akuter Gefahr. Verliert die von fast aller Welt außer Russland und China geächtete Assad-Diktatur den Krieg, befürchten die syrischen Kirchenführer für die Zukunft das Schlimmste: eine Christenverfolgung und -vertreibung wie nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Nachbarland Irak.

Doch längst zerreißt dieser Bürgerkrieg die Kirchen Syriens. Die Spaltung verläuft zwischen oben und unten. Viele »Christen von unten« schlugen sich auf die Seite der Aufständischen. Sie bekämpfen ein verhasstes Regime, das mit einem Wust von Geheimpolizeien und Folter herrschte und dessen ursprünglich links-nationalistische Baath-Ideologie sich als Lüge entpuppte, zur Bemäntelung der Geld- und Machtgier des Assad-Clans und seiner Gefolgsleute.

Zugunsten des Regimes beziehen nicht nur greise, auf Lebenszeit gewählte Patriarchen orientalischer und orthodoxer Kirchen Position, sondern auch jüngere, westlich gebildete Kirchenführer wie der katholische Jesuitenbischof Antoine Audo oder sein syrisch-katholischer Kollege Elias Tab

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