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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2016
Hoffnung für die Stadt
Theologe Jürgen Moltmann über Christsein in den kapitalistischen Metropolen
Der Inhalt:

Den Bundestag verkleinern?

vom 31.05.2016
Der Bundestag hat derzeit 631 Abgeordnete. Nach der kommenden Bundestagswahl könnte ihre Zahl nach geltendem Wahlrecht auf 700 ansteigen. Bundestagspräsident Norbert Lammert hat deshalb vorgeschlagen, das Parlament zu verkleinern. Ist das sinnvoll? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Finden Sie in diesem Pro-und-Contra
Den Bundestag verkleinern? Eva-Maria Lerch sagt: »Ja!« Wolfgang Kessler sagt: »Nein!«
Den Bundestag verkleinern? Eva-Maria Lerch sagt: »Ja!« Wolfgang Kessler sagt: »Nein!«

Eva-Maria Lerch: »Ja! Denn das Parlament ist zu groß geworden«

»Der erste Deutsche Bundestag hatte gerade mal 402 Sitze. Durch die ostdeutschen Abgeordneten, die nach der Wiedervereinigung dazukamen, aber auch durch immer neue Überhang- und Ausgleichsmandate ist er inzwischen auf 631 Parlamentarier angewachsen. Doch die Qualität der Debatten ist mit der Größe des Parlaments keineswegs gestiegen.

Wer jemals in einer Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat, weiß, dass die Zahl der Argumente nicht mit der Anzahl der Teilnehmer wächst. Wenn die Gruppe zu groß wird, werden häufig nur nebensächliche Scharmützel eröffnet, damit sich die übersehenen Teilnehmer doch noch ins Spiel bringen können. Der gleiche Mechanismus lässt sich auch in Berlin trefflich beobachten. Trotzdem kommt es vor, dass einzelne »Hinterbänkler« aufgrund der großen Zahl und der begrenzten Zeit nicht ein einziges Mal in der ganzen Legislaturperiode vor dem Plenum sprechen dürfen. Solche frustrierten Abgeordneten werden leichtes Opfer von Lobbyisten, die sie hofieren, um ihre Interessen in den Bundestag einzuschleusen.

Die Vorstellung, dass alle Regionen durch eigene Abgeordnete im Bundestag vertreten sein müssen, kann heute nicht mehr so gelten wie in der Nachkriegszeit. Denn inzwischen wird Politik viel weniger in Wahlkreisbüros und Dorfschänken als über E-Mail, Twitter und Instagram betrieben. Das sind Kommunikationsformen, zu denen Bürgerinnen und Bürger in Nordfriesland, Niederbayern und im

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