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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Angst haben vor der AfD?

vom 27.10.2017
12,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler entschieden sich bei der Bundestagswahl für die AfD. Damit sitzt die Partei nicht nur im Bundestag, sondern wird dort zur Vertreterin eines national-völkischen Denkens. Muss man Angst haben vor dieser »Alternative für Deutschland«? Darüber streiten Britta Baas und Wolfgang Kessler. Und Ihre Meinung?
Müssen wir Angst haben vor der AfD? "Ja!", sagt die Historikerin und Journalistin Britta Baas (links). "Nein!", sagt der Ökonom und Journalist Wolfgang Kessler. (Fotos: Publik-Forum)
Müssen wir Angst haben vor der AfD? "Ja!", sagt die Historikerin und Journalistin Britta Baas (links). "Nein!", sagt der Ökonom und Journalist Wolfgang Kessler. (Fotos: Publik-Forum)

Britta Baas: »Ja! Diese Partei ist mehr als Protest«

»Enttäuscht von der Politik, verunsichert, demokratiemüde: Ist das der typische Wähler, die typische Wählerin der AfD? Viele traditionelle Nichtwähler gaben ihre Stimme der Alternative für Deutschland; die anderen liefen den etablierten Parteien davon. Wie viel Wut war im Spiel? Und wie viel Überzeugung?

Es muss gelingen, die Protestwähler wieder für eine demokratische Partei zu gewinnen. Genau das nämlich ist die AfD nicht. Ihre führenden Köpfe wollen die Demokratie nutzen, um die Werte des Grundgesetzes abzuschaffen. Die Partei will Menschen- und Bürgerrechte erster und zweiter Klasse: Wer nicht weiß, nicht »abendländisch« und nicht seit Generationen in einem verquer biologisch verstandenen Sinne »deutsch« ist, gehört ihrer Ansicht nach nicht zum »Volk«. Die Höckes und Poggenburgs dieser Welt träumen von einer Konservativen Revolution, der Geburt des völkischen Vaterlands, einer zukunftsfähigen Neuen Rechten. Die Protestwähler des 24. September kamen ihnen gerade recht, um als Stimmvieh für diese Vision zu dienen.

Die AfD wird das Debattenklima im Bundestag aggressiver machen. Sie wird Teile der Altparteien – zum Beispiel die CSU – rechter werden lassen. Und sie wird nicht einfach wieder verschwinden. Denn sie ist geschickt darin, die Ängste der Wählerinnen und Wähler zu schüren und zu nutzen. Nun hat sie dafür eine große Bühne.

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