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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2013
Götzen, Geld und die Gerechtigkeit
Was Christen heute herausfordert
Der Inhalt:

Tim Bendzko: Meine Art zu glauben

von Gunnar Leue vom 19.06.2013
Nach dem Abitur studierte er Theologie. Seine Familie fürchtete, bald einen Pfarrer vor sich zu haben. Dann wurde er Musiker – und ein Popstar. Ein Gespräch mit Tim Bendzko
Popstar Tim Bendzko, neulich noch Student der Theologie: »Meine Eltern fanden das nicht witzig« (Foto: Paul Ripke)
Popstar Tim Bendzko, neulich noch Student der Theologie: »Meine Eltern fanden das nicht witzig« (Foto: Paul Ripke)

Herr Bendzko, vor Ihrer Musikerkarriere waren Sie Nachwuchsfußballer bei einem Profiverein sowie Student der evangelischen Theologie und nichtchristlicher Religionen. Womit überraschen Sie die Fans Ihrer Musik mehr?

Tim Bendzko: Mit beidem, nur auf unterschiedliche Weise. Wenn die Leute vom Beinahe-Fußballprofi hören, fragen sie sich, warum ich es nicht geworden bin, weil so einer ja für viele heute der Größte ist. Bei den Gründen fürs Theologiestudium gehen die meisten davon aus: Entweder ist man tiefreligiös, oder man hat solche Langeweile, dass man sich nur dort einschreiben lässt, um etwas Bafög abzugreifen. Dass beides bei mir nicht der Fall war, überrascht die Leute. Ich habe Theologie aus Interesse studiert.

War das Interesse familiär geprägt?

Bendzko: Überhaupt nicht. Meine ganze Verwandtschaft ersten und zweiten Grades hatte, soweit ich weiß, nichts mit der Kirche am Hut. Ich bin auch nie in die Kirche gegangen. Das hat sich eher durch die Schule entwickelt.

Inwiefern?

Bendzko: Im Literaturunterricht habe ich gemerkt, dass die gesamte Poetik und Lyrik, eigentlich unsere komplette Kultur durch Religion geprägt ist. Ich wollte einfach wissen, warum Menschen glauben und woran – und weshalb sich der Glauben durch alle Lebensbereiche zieht. Andererseits fand ich die Geschichte der Kirche teilweise so absurd, dass mich ein Blick hinter die Kulissen sehr interessierte. Außerdem sagte meine damalige Deutschlehrerin, dass es ein paar Bücher gebe, die man gelesen haben müsse: die Bibel, den Koran und »Das Kapital«.

Und, haben

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