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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

Der Reiz der Verschwörungstheorien

von Viola Rüdele vom 18.05.2020
Das Corona-Virus wurde in einem Labor gezüchtet und breitet sich wegen der 5G-Sendemasten so schnell aus? Wohl kaum. Dennoch finden solche absurden Verschwörungstheorien immer mehr Anhänger
(Zeichnung: Stuttmann)
(Zeichnung: Stuttmann)

Eine promovierte Biologin weiß für gewöhnlich, welche Risiken die Teilnahme an einer Impfstudie birgt. Dass dazu auch gehört, den eigenen Tod dementieren zu müssen, damit hatte Elisa Granato nicht gerechnet. Doch die Nachricht, die 32-jährige Mikrobiologin sei kurze Zeit nach der Injektion eines potenziellen Corona-Impfstoffs gestorben, machte schnell die Runde in den sozialen Medien – verbreitet von einer unseriösen Nachrichtenagentur. Schuld an ihrem Tod seien die Impfindustrie oder der »Impfmissionar« Bill Gates persönlich. Schließlich meldete sich die für tot erklärte Probandin höchst lebendig in der BBC und auf Twitter zu Wort; auch das britische Gesundheitsministerium dementierte die Falschmeldung.

Dies ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Verschwörungstheorien rund um das Thema Corona. So gibt es etwa über die Ursache von SARS-Cov-2 die wildesten Spekulationen: Manche vermuten dahinter eine Biowaffe der CIA, andere eine Laborzüchtung aus Wuhan. In Großbritannien und den Niederlanden haben einige die 5G-Strahlung als Ursache des Virus ausgemacht und mehrere Mobilfunkmasten in Brand gesetzt. Andere leugnen die gesundheitlichen Gefahren der Pandemie und halten den Lockdown für ein fieses Komplott. Gemeinsam ist diesen Erklärungsmodellen sehr oft die Annahme, dass eine Gruppe von Menschen mit einem ganz bestimmten Ziel im Verborgenen handelt – etwa um mit einem Impfstoff sehr viel Geld zu verdienen, erklärt der Psychologe Marius Raab, der an der Universität Bamberg zu Verschwörungstheorien forscht.

Menschen lieben Geschichten

Die Bezeichnung Verschwörungstheorie ist allerdings irreführend: Denn damit ist k

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Georg Lechner
25.05.202018:34
Eine kleine Anmerkung zur Kolumne von Anne Lemhöfer: Ich kenne die deutsche Gesetzgebung und die täglichen Neuinfektionen dort nicht, aber ich denke, dass mit dem Verweis auf die Erfahrungen in Ö. Änderungen angestoßen werden könnten. In Ö. wurde festgestellt, dass nur wenige Kinder angesteckt wurden und dies auch nicht in Schule oder Kindergarten zustandekam, sondern durch infizierte Angehörige zuhause. Jetzt ist in den Schulen auch schon wieder (fast) Normalbetrieb (nur Sport und Musik entfallen noch). Im Unterricht brauchen auch keine Masken getragen werden.