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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2019
War Goethe Muslim?
Fasziniert vom Islam: 200 Jahre West-östlicher Divan
Der Inhalt:

Buch des Monats: Entwurzelte Individuen

von Norbert Copray vom 01.08.2019
Wider eine nationalistische und maschinenkontrollierte Zukunft: Der britische Journalist Paul Mason hat ein Buch geschrieben, in dem er das »neoliberale Selbst« analysiert und die Gefahr, die von ihm ausgeht
Buch des Monats: Paul Mason: Klare, lichte Zukunft. Eine radikale Verteidigung des Humanismus. Aus dem Englischen von Stephan Gebauer.
Buch des Monats: Paul Mason: Klare, lichte Zukunft. Eine radikale Verteidigung des Humanismus. Aus dem Englischen von Stephan Gebauer.

Paul Mason
Klare, lichte Zukunft
Eine radikale Verteidigung des Humanismus. Aus dem Englischen von Stephan Gebauer.
Suhrkamp. 414 Seiten. 28 €

Das erste Gebot des freien Marktes lautete: »Konkurriere und eigne dir an«, schreibt Paul Mason in seinem neuen Buch »Klare, lichte Zukunft«. In »konkurriere, eigene dir an, lüge, kontrolliere und töte« sieht er das oberste Gebot »in der Ära der Deglobalisierung und des rechten Nationalismus«. Wenn wir uns nicht der Kontrolle durch intelligente Maschinen und nicht den Werten Putins, Trumps und Xi Jingpings unterwerfen wollen, müssten wir widerständiger werden, »ein antifaschistisches Leben führen« und »eine radikale Verteidigung des Humanismus« praktizieren.

Der englische Journalist, Autor und politische Aktivist legt dazu eine Analyse der gegenwärtigen Angriffe auf die fundamentalen Werte der Menschlichkeit vor. Er ergründet »das neoliberale Selbst«, protegiert durch das neoliberale Amalgam aus Wirtschaftsliberalismus und dem Staat, der für ihn die Gemeinwohlgüter plündert. Das dadurch beförderte Selbst, »das entwurzelte, selbstbezogene Individuum, das kein Interesse am kollektiven Kampf oder an einer aktiven Beteiligung am Gemeinwesen hat«, konzentriere sich nur auf das persönliche Überleben. Aus Selbst wurde »Humankapital«. Dschungelgesetze wurden favorisiert, was die genannten Staatsführer demonstrieren.

Als der Neoliberalismus 2008 in die Dauerkrise kam, entstand der »wirtschaftliche Nationalismus« mit Kündigung internationaler Abkommen, Schwächung globaler Institutionen und grenzübergriffiger Ordnungspolitik. Nationalismen aller Art steigen aus gärigen Sümpfen, vernetzen sich zu ei

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