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»Ich habe Lust auf Zukunft«

von Ragna Diederichs vom 19.06.2019
Was ist das eigentlich, so ein Kirchentag? Und was soll man da, wenn man von der Klima-Bewegung »Fridays for Future« kommt? Ragna Diederichs, 18, ist Future-Frau der ersten Stunde. In Dortmund ist sie zufällig auch. Kirchen und Christen interessieren sie aus überraschendem Grund ...
Ragna (18) ist eine Fridays-for-Future-Frau der ersten Stunde.  (Foto: Joe Kramer)
Ragna (18) ist eine Fridays-for-Future-Frau der ersten Stunde. (Foto: Joe Kramer)

»Ich engagiere mich seit Dezember 2018 bei Fridays for Future. Bei der allerersten Demo in Göttingen war ich schon dabei. Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los.

Bei Kirchentag war ich noch nie. Jetzt werde ich ja erleben, wie das so ist. Ich bin gerade in eine Fridays-for-Future-WG in Dortmund gezogen. Wir bereiten den bundesweiten Kongress unserer Bewegung Ende August in dieser Stadt vor. Und jetzt ist da plötzlich Kirchentag! Ich stelle mir das als eine riesen Zusammenkunft von Menschen vor, die alle recht offen sind. Aber mich haben die Themen und die Veranstaltung bisher noch nie so sehr interessiert, dass ich an ihnen teilnehmen wollte. Meine Mutter war allerdings schon mal dort – und hatte eine richtig gute Zeit.

Obwohl wir unsere WG also auch hier in Dortmund haben, gibt es keine Vernetzung mit dem Kirchentag. Aber ich kann mir vorstellen, dass ein paar von uns Fridays-for-Future-Aktivisten hingehen. Dass wir gar keinen Kontakt haben, finde ich persönlich sehr schade.

Ich denke, dass zum Kirchentag viele junge Leute kommen, die unsere Forderungen unterstützen und auch schon mal an Streiks fürs Klima teilgenommen haben. Uns gegenüber sind die Besucher wahrscheinlich eher durchwachsen eingestellt. Die meisten werden uns ganz positiv sehen, auch wenn bestimmt einige – und gerade ältere Menschen – denke: ‘Na ja, also was die fordern, ist jetzt nicht wirklich machbar.’ Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die uns prinzipiell ablehnen. Ich werde jedenfalls klarmachen: »Ich will das Klima retten! Ich habe Lust auf Zukunft!«

Ich fände es gut, wenn wir allgemein mehr mit den Kirchen zusammenarbeiten würden. Die haben so viele coole Räume, überall in jedem Dorf, auch da, wo andere Organisationen keine haben. Die könnten wir gut gebrauchen, um dort unsere Streiks zu organisieren. Und vielleicht fänden dann auch die Eltern und Großeltern Fridays for Future cool, wenn auch die Kirchen dahinter stehen?

So ähnlich hat das ja schon bei anderen gesellschaftlichen Bewegungen funktioniert. Also, ihr Christen: Dann macht mal die Kirchen auf, für Fridays-for-Future! Ich glaube, wir kommen!«

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