Christen gegen Media Markt
Zigtausende Christen attackieren die Elektrohandelskette Media Markt. Mitten im Weihnachtsgeschäft zieht über der Firma ein Wintersturm auf, denn Media Markt verletzt mit einer gewollt frechen, durch und durch antichristlichen Weihnachtswerbung die Gefühle vieler Bürger. Zum Käufer- und Kunden-Boykott der Media Märkte ruft deshalb der Vorsitzende des Familienbundes deutscher Katholiken im Erzbistum Freiburg, Stephan Schwär, auf.
Über 20000 evangelische und katholische Christen protestieren auf Facebook und im Internet gegen den Weihnachtswerbespruch des Ingolstädter Media Markt-Konzerns: »Weihnachten wird unterm Baum entschieden!« Mit diesem Slogan verkomme das Fest »zu einem geistlosen Anlass für Konsum und gegenseitige, materielle Bereicherung«, sagt der badische Oberkirchenrat Matthis Keplin. »Weihnachten wird in der Krippe entschieden!«, entgegnet Heiko Tammena von der Leitung der Katholischen Landjugend dem Elektrovermarkter.
»Weihnachten wird in der Krippe entschieden!«
Die Katholische Landjugend-Bewegung (KLJB) hat die Protestkampagne im Sozialnetzwerk Facebook gestartet. Angesichts der Protestwoge erklärt die Sprecherin der Konzernzentrale: »Es liegt uns fern, eine Werbung zu veröffentlichen, in der religiöse Symbole oder Glaubensinhalte herabgewürdigt werden.« Konsequenzen wolle das Unternehmen aus den Protesten jedoch nicht ziehen.
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick stellt sich ausdrücklich auf Seiten der Proteste. Er fordert die Firma auf, die anstößige Werbekampagne zurückzuziehen. Schick stellt sich auch hinter die Facebook-Aktion »Weihnachten wird in der Krippe entschieden!« Denn, so der Erzbischof: »Die Ware Weihnacht ist eben keineswegs die wahre Weihnacht.«
Pfarrer: »Geschmacklose Werbung«
Der württembergische evangelische Rundfunkpfarrer Andreas Koch schreibt auf der Homepage der Landeskirche: »Geschmacklosigkeit hat immer noch Luft nach oben, und das durchaus auch im Advent.« Der Media Markt-Slogan bringe ihn »auf hundertachtzig« und führe zusammen mit den entsprechenden Spots das Fest der Geburt Jesu komplett ad absurdum. »Heiligabend 2011 als widerliche Geschenkorgie im Kreis der Lieben: Ich fass es nicht!«, schreibt der Rundfunkpfarrer.
Es ist tendenziell neu, dass Christen sich gegen beleidigende Werbung von Konzernen effizient zur Wehr setzen. Vielleicht gelingt es ja, Media Markt eine Delle im Weihnachtsgeschäft zuzufügen. Denn ohne finanziellen Schaden lernt dieser ganz besonders flach denkende Elektroriese vermutlich nicht.
