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Bis zum nächsten Knall

Rom hat dem Bistum Limburg einen fragilen Neuanfang verordnet. Ist die Causa Tebartz damit erledigt? Wohl kaum
von Hartmut Meesmann vom 24.09.2013
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Noch immer unter Beobachtung: Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst. (Foto: pa/Von Erichsen)
Noch immer unter Beobachtung: Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst. (Foto: pa/Von Erichsen)

Sollte Tebartz-van Elst von der Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Versicherung über einen Flug nach Indien erhalten, wäre seine Ära in Limburg zu Ende. Bei einem Freispruch dürfte die Hängepartie im Bistum weitergehen – bis zum nächsten großen Knall.

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Die Hamburger Entscheidung steht noch aus. Unterdessen heißt im Bistum Limburg »Neuanfang« das Zauberwort – nach der nur mühsam als freundlichen Besuch getarnten römischen Visitation durch Kurienkardinal Giovanni Lajolo, der vor wenigen Tagen nach Italien zurückkehrte.

Der umstrittene Limburger Oberhirte Franz-Peter Tebartz-van Elst ist vom päpstlichen Gesandten dazu verdonnert worden, endlich die von der Synodalordnung vorgesehenen Beratungsgremien einzubeziehen, also nicht einfach selbstherrlich und selbstbezogen zu »regieren«.

Außerdem muss Tebartz-van Elst eine externe Kommission der Deutschen Bischofskonferenz akzeptieren, die die Finanzierung des Diözesanen Zentrums und der Privatgemächer des Bischofs überprüfen soll. Die Kritiker des Bischofs wurden von Lajolo aufgefordert, ebenfalls Schritte zur Überwindung der Spannungen im Bistum zu gehen.

Rom also hat gesprochen. Der Limburger Bischof musste Federn lassen. Ist die Causa Tebartz damit erledigt? Wohl kaum. Nur Berufsoptimisten werden davon ausgehen, dass dieser Mann seine fürstbischöflich-autoritäre Bischofshaut – eine Art geliehene Identität – wird ablegen können, selbst wenn er es wollte.

Zwar hat er sich entschuldigt und um »Verzeihung« dafür gebeten, dass er andere »enttäuscht und verletzt« habe. Doch kein Wort dazu, ob er nun einen anderen Stil pflegen werde – weshalb sein schärfster Kritiker, der Stadtdekan von Frankfurt, denn auch erklärte, der Bischof müsse sich wirklich beraten lassen, »und zwar nicht nur pro forma, sondern in der Absicht, von den anderen Erkenntnisse zu gewinnen und diese dann auch in eigene Taten umzusetzen«. Und warum fordern über zwanzig priesterliche Kritiker nun eine diözesane »Kommission für Dialog und Beteiligung«? Weil sie ihrem Bischof nicht zutrauen, dass er das alleine hinbekommt.

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Personalaudioinformationstext:   Hartmut Meesmann leitet das Ressort »Religion und Kirchen« bei Publik-Forum.
Schlagwort: Kirche
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