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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2023
Der Inhalt:
Leben & Kultur

Ausstellungstipp
Empathie mit allem, was ist

von Marie Lou Steinig vom 12.12.2023
Das Diözesanmusem Freising feiert die Fertigstellung einer neuen Kapelle nach den Vorgaben der Künstlerin Kiki Smith mit einer Ausstellung. Und in der Pinakothek in München ist deren grafisches Werk zu bewundern.
Wunder der Verwandlung: Die Schlange ist mit Sternen übersät – wie übrigens auch die Haut ihrer Schöpferin Kiki Smith (© Kiki Smith, Foto: Thomas Dashuber/Dioezesanmuseum Freising)
Wunder der Verwandlung: Die Schlange ist mit Sternen übersät – wie übrigens auch die Haut ihrer Schöpferin Kiki Smith (© Kiki Smith, Foto: Thomas Dashuber/Dioezesanmuseum Freising)

Ausstellung. Zarte Kristallblumen entwachsen einem ausgeklappten Holzsarg, eine mit Sternen übersäte Riesenschlange schlängelt sich über das Papier, eine hölzerne Hand reckt ein Herz in die Luft. Das Herz ist ein wiederkehrendes Motiv bei Kiki Smith, mal als anatomische Zeichnung, mal in Symbolform. Die deutsch-amerikanische Künstlerin ist in Nürnberg geboren, im Januar wird sie 70 Jahre alt. Die Staatliche Graphische Sammlung München beherbergt ihr gesamtes grafisches Werk und ehrt sie in der Pinakothek mit der Schau »From my Heart«. Nicht weit davon feiert das Diözesanmuseum Freising die Fertigstellung einer kleinen, nach Smiths Vorgaben entstandenen Kapelle mit einer Ausstellung unter dem Titel »Empathy«.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 24/2023 vom 15.12.2023, Seite 54
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Kiki Smith ist bekannt für ihre Druckgrafiken und Skulpturen. Sie arbeitet mit Bronze, Reispapier, Glas, Glitzer oder Gold. In ihren Werken geht es oft um die Anatomie des menschlichen Körpers, meist des weiblichen. Immer wieder kehrt sie das Innere nach Außen, zeichnet Blutbahnen, töpfert Gedärme und Organe. Vor allem die Skulptur »Womb« (1986) brachte ihr den Ruf einer feministischen Künstlerin ein: Der aufklappbare, leere Uterus aus Bronze griff die Abtreibungsdebatte auf.

Mit dem Alter werden die Werke der Katholikin poetischer und märchenhafter. In der Ausstellung im Diözesanmuseum verbinden sich Mensch, Tier und Pflanze genauso miteinander wie Leben und Tod, Harmonie und Gewalt. Für Smith befindet sich das ganze Universum »in einer Art von Liebesvereinbarung«. Die neu gebaute Kapelle neben dem Museum trägt den Namen »Mary’s Mantle«. Oben auf dem Bau aus recycelten Dachziegeln thront eine vergoldete Taube. Innen schimmern weiße Sterne aus Bronze. Ein profan an der Wand hängendes blaues Tuch stellt den Schutzmantel der Gottesmutter Maria dar. Kiki Smith findet, der Katholizismus und die Kunst passen gut zusammen, »weil beide an die körperliche Manifestation der geistigen Welt glauben – dass man durch die materielle Welt ein spirituelles Leben hat ...«

Schlagwörter: AnatomieAusstellung
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