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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2018
Gott wird Wort
In der modernen Welt vom Unsagbaren reden
Der Inhalt:

Fair handeln

von Barbara Tambour vom 21.12.2018
Jürgen Herold importiert Waren aus Nepal und Kambodscha

Ob das Weihnachtsgeschäft gut wird, weiß Jürgen Herold schon Ende Oktober. Er importiert fair produzierte Waren vor allem aus Nepal. Seine Hauptkunden sind Eine-Welt-Läden. Und die ordern im Herbst Sitzkissen aus Filz, handgewebte Decken, Klangschalen und Schals, um ihrerseits für das Weihnachtsgeschäft vorbereitet zu sein.

Vor vier Jahren hat Jürgen Herold das Fair-Handels-Unternehmen Frida Feeling gegründet. Als Quereinsteiger, der zuvor nichts mit dem fairen Handel zu tun hatte. Warum? »Ich möchte etwas bewegen«, entgegnet der 57-Jährige. Nach einer harten Aufbauzeit beginnt das Geschäft jetzt zu laufen. Vor Kurzem hat er ein neues Ladengeschäft mit größerem Warenlager in Darmstadt bezogen.

Gerade ist Herold von einer Reise nach Nepal und Kambodscha zurückgekommen, wo er die Produzenten und Vermarktungsorganisationen besucht hat, mit denen er zusammenarbeitet. Es ist ihm wichtig, zu wissen, wie die Untersetzer, Tassen und Decken hergestellt werden, die er anbietet. Zweimal im Jahr reist er deshalb dorthin. Sein Verkaufsschlager: fließende Schals aus Bambus in 27 verschiedenen Farben. Nicht immer ist es einfach, den nepalesischen Produzenten die Wünsche und Qualitätsansprüche europäischer Käuferinnen und Käufer klarzumachen, berichtet Herold. »Ich habe zwei Jahre gebraucht, bis ich die Farben bekommen habe, die ich wollte.« Anfangs hätten es die Produzenten nicht so genau genommen, statt rote auch mal rosa oder lila Schals geliefert.

Nachhaltig handeln heißt für Herold: auch: »Alle in der Produktions- und Handelskette müssen ihr vernünftiges Auskommen haben.« Das soll ihn und seine vier Angestellten einschließen. Bald. »Sonst machen wir etwas falsch.« Sein Arbeitstag ist lang. Er ist Finanzchef, Vertriebsleiter und Personalchef. Trifft eine große Warensendung aus Nepal ein, packt er die Pakete mit in den Lastenaufzug und bestückt die Holzregale im Keller. »Ich habe immer viel, aber noch nie so viel gearbeitet«, sagt Herold. Nicht die einzige Umstellung: In seinem früheren Berufsleben leitete er Abteilungen mit 120 Mitarbeitern. »Wenn ich jetzt eine Idee habe, muss ich sie selbst verwirklichen.« Trotz aller Mühe sagt er: »Die Arbeit ist unglaublich befriedigend.« 15 000 Menschen arbeiteten in Nepal für den fairen Handel, zähle man ihre Angehörigen dazu, profitierten rund 60 000 Menschen davon. »Die Menschen, deren Produkte ich

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