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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2017
Wie kommt Gott in die Welt?
Ein muslimisch-christliches Gespräch zum Advent
Der Inhalt:

Gerechtigkeit für Teilhard de Chardin?

vom 08.12.2017

Kardinal Gianfranco Ravasi vom päpstlichen Kulturrat will sich bei Papst Franziskus für eine Rehabilitation des Theologen, Paläontologen und Philosophen Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) einsetzen. De Chardin war ein international angesehener Forscher und Wissenschaftler, zugleich Priester und Mitglied des Jesuitenordens. Er versuchte, evolutive Prinzipien mit dem christlichen Glauben zusammenzudenken. So bemühte er sich um eine Neuinterpretation der Schöpfungslehre sowie um ein geistiges Verständnis von Materie. Konsequenterweise lehnte er das – damals vorherrschende – kirchliche Selbstverständnis ab, wonach man »ewige Wahrheiten« zu verkündigen hätte. Er träumte von einer Kirche, die fähig sei, »mit der Welt zu fühlen«. Wegen seiner Ansichten galt er schon zu Lebzeiten als Häretiker und erhielt Publikationsverbot. Nach seinem Tod verbot der Vatikan die Lektüre seiner Schriften in katholischen Einrichtungen. Ravasi bekennt, dass das Verbot unrecht war. »Unsere heutige Kenntnis über den Menschen und die Bibel haben die Polemiken überwunden, die die Grundlage dieses Verbotes bilden.« Die Kirche greife schon seit geraumer Zeit auf die Ansichten Teilhard de Chardins zurück. Er wurde von Papst Benedikt XVI. ebenso zitiert wie von Papst Franziskus. Die Rehabilitierung von Teilhard de Chardin wäre »ein deutliches Zeichen der Ermutigung für den Dialog von Wissenschaft und Glaube.«

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