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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Sehnsucht nach Klarheit

von Bettina Röder vom 21.11.2014
Die Erwartungen an den neuen evangelischen Ratsvorsitzenden sind groß. Was kann er leisten?

Wirklich gestritten wird in Deutschland um fast nichts mehr. Weder die großen sozialen Konflikte im Land noch die immer wichtiger werdenden Flüchtlingsprobleme stehen wirklich zur Debatte. Stattdessen bietet Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wohlfeil das Freihandelsabkommen als großen Fortschritt und Chance auch für unseren Wohlstand an. Die Energiewende rückwärts mit der Braunkohle auf Kosten der Zukunft kommender Generationen verkündet ihr Stellvertreter Sigmar Gabriel. Eine wirkliche politische Opposition ist kaum vernehmbar, Mehltau liegt auf dem Land.

Was also wäre dringlicher als eine Kirche, die hörbar ihre Stimme erhebt. Als Anwältin der Menschen, damit sie wahrgenommen werden und nicht als störende Flüchtlingsmasse oder anonyme Nummer in der Handelsbilanz verschwinden? Mit der Wahl des bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm verbindet sich die Hoffnung, dass diese Stimme deut licher als bisher hörbar wird. So sagt es die mitteldeutsche evangelische Bischöfin Ilse Junkermann gegenüber Publik-Forum, so hoffen auch andere. Der 54-jährige neue Ratsvorsitzende gilt als sozial engagiert, er ist zwar vorsichtig, scheut aber auch klare Worte nicht.

Im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird darüber hinaus von ihm erwartet, dass er mehr noch als seine Vorgänger »den Laden zusammenhält«, wie es ein langjähriges Ratsmitglied ausdrückt. 18 von der EKD-Synode gewählte Vertreterinnen und Vertreter bilden den Rat, von der Erzieherin über den Architekten und Kirchenpräsidenten bis zum Theologieprofessor oder Journalisten. Sie vertreten die lutherische Kirche, die reformierte und die kleineren Freikirchen.

Doch eine klare Linie fehlt so manchem in diesem Gremium, vermisst wird theologische Kompetenz. Der Katholik und SPD-Politiker Wolfgang Thierse hat das im Blick auf den EKD-Rat einmal mit der Feststellung bedacht: »Ich möchte ja gerne auf die Evangelischen hören, wenn ich nur wüsste, was evangelisch ist.« Vieles ist strittig. In der Friedensfrage ist das deutlich geworden und beim Thema »Zukunft der Familie«. Zwar sind die Protestanten stolz auf ihre Vielstimmigkeit und ihren Individualismus, aber nicht wenige erwarten doch in Grundfragen klarere Positionen.

Aber reicht das schon für die Erneuerung der evangelischen Kirche? Und sind nicht die Erwartungen an den Schüler

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