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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Schrei nach Solidarität

Was Papst Franziskus den sozialen Bewegungen bei einem Treffen mit auf den Weg gegeben hat

Kaum war die Außerordentliche Familiensynode zu Ende, lud Papst Franziskus Verantwortliche sozialer Bewegungen vom 27. bis 29. Oktober zu einem Treffen in den Vatikan ein. Rund 200 Frauen und Männer aus Landlosen- und Kleinbauernbewegungen sowie Migranten-, Slumbewohner- und Arbeiter-Organisationen kamen. Ihnen hielt der Papst, nachdem er anderthalb Tage zugehört hatte, eine sensationelle Rede über politisches Engagement für die Armen und die notwendige Solidarität. Hier die Kernsätze:

»Ihr gebt euch nicht zufrieden mit illusorischen Versprechungen und Ausreden. Ihr wartet nicht untätig, dass Nichtregierungsorganisationen euch Sozialpläne oder Hilfsmaßnahmen liefern, die nie ankommen. Oder die – falls sie ankommen – oft nur dazu dienen, zu narkotisieren oder zu domestizieren …

Ihr glaubt, dass die Armen nicht länger warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen sollen. Ihr setzt darauf, diese besondere Art von Solidarität zu leben, die es unter den Leidenden und Armen gibt. Werte, die unsere Zivilisation oft vergessen zu haben scheint; eine Solidarität, die sie vergessen machen will. Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gut ankommt. Ja, ich würde sagen, dass der Begriff Solidarität manchmal zu einem unanständigen Wort degradiert wurde, das man nicht sagen darf. Jedoch: Solidarität besagt viel mehr als einige sporadische, großherzige Gesten. Solidarität bedeutet, dass man denkt und handelt im Sinne von Gemeinschaft. Solidarität meint, dass das Leben aller wichtiger ist als die Güteranhäufung einiger weniger. Solidarität bedeutet außerdem, die strukturellen Ursachen von Armut und Ungleichheit zu bekämpfen. Zum Beispiel wenn Arbeitsplätze fehlen, Land oder W