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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2016
Was die Gesellschaft zusammenhält
Ein Gespräch mit dem Philosophen Hans Joas
Der Inhalt:

Entdecke deine Lebensmelodie

von Annette Lübbers vom 21.10.2016
Evangelisches Bildungswerk bietet jungen Leuten Orientierung

Mehr als 8000 Studiengänge stehen Abiturienten in Deutschland offen, mehr als 300 Ausbildungsberufe gibt es. Kein Wunder, dass nach Abschluss der Schule vielen jungen Menschen die Orientierung fehlt. Welcher Beruf passt zu mir? Worin bin ich besonders talentiert?

Hilfestellung will das Programm »Moving times« des Evangelischen Bildungszentrums Hermannsburg bieten. Dort können sich jedes Jahr von November bis März zwanzig junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren ausprobieren und ihre Stärken entdecken. »Viele junge Leute haben Angst davor, falsche Entscheidungen zu treffen. In unserem Winterkurs lernen sie: Du darfst erst einmal loslaufen, darfst dich ausprobieren und notfalls auch korrigieren«, erläutert Leiterin Susann Heichel.

Während des 17-wöchigen Programms geht es um Beruf und Bewerbung, Politik und Soziales, Psychologie und Kommunikation, Glaube und Sinn, Kultur und Abenteuer. Die Schwerpunkte können die jungen Menschen mitbestimmen. Neben der Selbstvergewisserung geht es auch darum, sich aktiv in die Welt einzumischen.

Bewerben können sich junge Leute mit einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben. Allerdings: Für 17 Wochen werden 2950 Euro für Programm, Unterkunft und Verpflegung fällig. Eine Reduzierung kann beantragt werden. Gut angelegtes Geld für unentschlossene Schulabgänger? Davon ist Pädagogin Susann Heichel überzeugt: »Die Absolventen lernen viel über sich selbst, sie gewinnen neue Freunde und fassen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Viele ehemalige Absolventen sagen uns: Die Monate hier waren ein Schlüsselerlebnis für mich. Und viele Eltern sind überrascht, was in ihren Kindern alles steckt. Wenn sie etwa erleben, dass ihre Tochter oder ihr Sohn auf der Bühne Theater spielt – und vorher Angst vor jeder Art von Öffentlichkeit hatte.«

Unter einem anderen Namen gab es ein ähnliches Programm in Hermannsburg erstmals 1919. Als Vorbild diente damals die Folkehøjskole-Bewegung in Dänemark. Gründer dieser Bewegung war Nikolai Grundtvig. Der fortschrittliche Theologe und Pädagoge nannte die zu der Zeit übliche akademische Bildung eine »Schule zum Tode«. Stattdessen forderte er mit großem Erfolg eine »Schule für das Leben«.

Eine solche Schule will der Winterkurs sein. Eine Schule, in der junge Menschen lernen, wesentlich zu leben, statt gelebt zu werden, in de

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