Der Wind hat sich gedreht
Da steht er wieder vor diesem Tor des Militärgeländes. Unbeirrbar. Dann wiederholt sich das immer gleiche Ritual. Die Soldaten fordern ihn auf, den Platz zu verlassen. Polizei bringt ihn zur weiter unten gelegenen Zugangsstraße, wo er noch ein paar Flugblätter verteilt. Dann ist alles vorbei. Oder eben auch nicht. Ständig wird er gerichtlich belangt, saß auch schon mal für sein Engagement im Knast. Denn Hermann Theisen, der 52-jährige Sozialarbeiter und Familienvater aus Freiburg, demonstriert nicht irgendwo, sondern am gefährlichsten Ort dieses Landes: in Büchel in der Eifel, wo zwanzig Atomsprengköpfe der Amerikaner lagern. Es geht um die nukleare Teilhabe Deutschlands im Rahmen der Nato-Strategie. Die wenigsten hierzulande wissen das. Und der Bundestag hatte bereits 2010 beschlossen, dass die Atomwaffen hier wegmüssen. Nun werden sie von den Amerikanern modernisiert. Mit Zustimmung der Bundesregierung.
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