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Windstille der Seele

In der modernen Leistungsgesellschaft ist es verboten, nichts zu tun zu haben. Wieso eigentlich? Unsere Autorin hat es eine Woche lang mit der Langeweile aufgenommen
von Christine Weber-Herfort vom 23.09.2016
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Es beginnt mit einem Anfall von Hyperaktivität. Fenster putzen. Türen streichen. Schrank aufräumen. Ich fühle mich getrieben, aber wovon? Schließlich lebe ich seit zwei Tagen in meinem Paradies, in unserem Ferienhaus in Schweden. Ein wunderbarer stiller Ort ohne Fernsehen, Computer, Smartphone. Nur ein altmodisches Handy verbindet mich gelegentlich mit dem Rest der Welt. Dann – beim Sortieren der Vorräte im Kriechkeller – überfällt mich plötzlich ein stechender Schmerz, der sich vom Rücken bis in den rechten Zeh bohrt. Seitdem liege ich da, abgefüllt mit entzündungshemmenden Medikamenten. Kein Mensch, der mich unterhalten, kein Buch, auf das ich mich konzentrieren könnte. Nebel im Kopf. Ebbe in der Seele. Selbstdiagnose: Langeweile.

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