Absackende Dörfer
Drei Jahrzehnte lang wurde in China nach Kohle gegraben. Jetzt ist der Boom vorbei und die Umweltquittung kommt: Während die großen staatlichen Unternehmen häufig komplette Dörfer auf ihre Kosten umsiedelten, haben private Minenbetreiber direkt unter Wohngebieten und Ackerflächen den Boden tiefer und tiefer unterhöhlt. Ausgleichszahlungen brauchten sie nicht zu fürchten, ein paar Luxuswohnblöcke für Funktionäre reichten. Diese laxe Politik haben jetzt vor allem die Bewohner der nördlichen Provinz Shanxi auszubaden: Hunderttausende von ihnen müssen in nächster Zeit ihre Häuser und Dörfer verlassen, weil der Boden absackt, sich Erdspalten auftun oder Erdrutsche drohen. Angemessen entschädigt werden die wenigsten.
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