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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2022
Der Inhalt:

Ausstellungstipp
Lust am Tabubruch

vom 09.09.2022
Schimpfwörter sollen zwar andere verletzen, können aber auch davor schützen, dass man selbst handgreiflich wird. Eine Ausstellung geht dem Fluchen auf den Grund.
»Fuck!«, das häufigste Schimpfwort auf Englisch (Foto: Bert Bostelmann / Museum für Kommunikation Frankfurt)
»Fuck!«, das häufigste Schimpfwort auf Englisch (Foto: Bert Bostelmann / Museum für Kommunikation Frankfurt)

Ausstellung. »Verdammt!« Seit der Mensch das Sprechen gelernt hat, flucht er. Schon kleine Kinder spüren die geheimnisvolle Kraft von Wörtern wie »Arschloch«, mit denen sie Erwachsene in helle Aufregung versetzen können. »Potz! Blitz! Vom Fluch des Pharao bis zur Hate Speech!« heißt eine Ausstellung des Kommunikationsmuseums in Frankfurt am Main, die sich mit dem Fluchen und Schimpfen beschäftigt.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 17/2022 vom 09.09.2022, Seite 54
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Kraftausdrücke gehören zu den ältesten Menschheitszeugnissen. Darunter sind die Beschimpfungen, die ein Bibliothekar vor 5000 Jahren in Keilschrift hinterließ. Er beschwerte sich darüber, dass Schrifttafeln nicht zurückgegeben, sondern kaputtgemacht werden. Schimpfwörter sollen zwar andere verletzen, sie können aber auch davor schützen, dass man selbst handgreiflich wird. Bei der Wahl der Wörter spielt in allen Kulturen die Lust am Tabubruch eine Rolle. Deutsche schimpfen demnach besonders gerne mit Wörtern aus dem Analbereich. Religiöse Schimpfwörter sind eher in katholisch geprägten Ländern wie Spanien oder Italien populär, im englischen Sprachraum ist »Fuck!« beliebt. Der Ausstellungstitel »Potz! Blitz!« ist eine Verkürzung des Satzes »Gottes Blitz soll dich treffen«. Auch auf Beschimpfungen im Internet geht die Ausstellung ein und nennt Ansprechpartner für Beratung.

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