Don Camillo im Prenzlauer Berg
Das große Tor steht offen, draußen donnert der Verkehr vorbei. Ein paar Schritte noch, und man ist im Kloster drin. In einem evangelischen Kloster mitten in Berlin, im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg. Dort, wo einst der tiefste Osten war. Im Hof stehen Fahrräder und rote Holzkübel mit Farn. Die Backsteinfassaden schmücken Heilige, in Sandstein gemeißelt. Mülltonnen stehen da. Der hohe Backsteinturm draußen auf der Straße ist weithin sichtbar, die Fassade wie so oft in Berlin in die Häuserfront eingepasst. Wer durch den runden Torbogen läuft, kommt zur Kirche auf dem Hof. Die Türen sind weit geöffnet. Eine zierliche junge Frau mit roten Haaren und einer Zigarette in der Hand kommt von der Straße herein, bleibt an den Schaukästen stehen. »Kann ick hier ooch rein?«, fragt sie, auch ihre grünen, unruhigen Augen fragen. Dann steuert sie auf die Kirche zu. »Einfach, weil ick mal allein sein will, Ruhe brauche«, ruft sie noch.
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