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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Buch des Monats: Flucht vor Hitze und Regen

von Norbert Copray vom 23.06.2017
Migranten fordern ökohumane Politik heraus

Diana Ionesco/Daria Mokhnacheva/
François Gemenne
Atlas der Umweltmigration
Oekom. 169 Seiten. Großformat mit zahlreichen Abbildungen. 22 €

Wer über Migration und Flüchtlinge spricht, muss auch vom Klimawandel sprechen. Das führt dieser Atlas eindrucksvoll vor Augen. Schon im Vorwort betonen Klaus Seitz von »Brot für die Welt« und Bernd Bonhorst von »Misereor«, beide Fachleute in leitender Position bei angesehenen Hilfswerken, die dramatische Situation. Von den etwa »sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten befinden sich über eine Milliarde innerhalb oder außerhalb ihres Landes auf der Wanderung. Mit anderen Worten: einer von sieben. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Denn in einer »Zeit des drastischen Klimawandels, in der die Erde austrocknet und die Meeresspiegel steigen«, so die düstere Voraussage von Monique Barbut, Geschäftsführerin der »Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation« (Bodenverschlechterung und Wüstenbildung), »wird sich der Kampf um lebensnotwendige Ressourcen verschärfen, und Gemeinschaften werden sich auflösen«. Vom Kampf um Ressourcen bis zum Krieg ist es kein weiter Weg. Von saisonaler Migration zur Dauermigration und zur Flucht auch nicht. Kommen Krieg und Umweltelend durch Zerstörung der Ökosysteme zusammen, bleibt nur Migration und Flucht.

Durch die Unterstützung zahlreicher Organisationen, Universitäten und Einzelpersonen ist es gelungen, dass der Atlas auch in französischer und englischer Sprache erschienen ist, was seine Reichweite erhöht. In vier großen Kapiteln werden »Migration und Umweltmigration«, die unterschiedlichen »Faktoren der Umweltmigration«, die besonderen »Herausforderungen und Chancen« der Migration sowie »Steuerungsmaßnahmen und politische Lösungen« anschaulich und informativ dargestellt. Großformatige und klare Illustrationen, detaillierte Karten und Grafiken sowie eine pointierte Kommentierung sensibilisieren und informieren. So wird das höchst komplexe Geschehen anschaulich und durchschaubar.

Wenig bekannt ist, dass auch Umweltflüchtlinge prinzipiell durch die international anerkannten Menschenrechte geschützt sind. Dieser Rechtsanspruch wird von vielen Staaten verdrängt, bestritten oder sogar bekämpft. Daher fordern die Autoren zu Recht, endlich weltweit den Klimawandel verbindlich als Fluchtursache anzuerkennen. Gerad

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