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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 19.06.2012

Margaret Farley,katholische Ordensfrau und bis zu ihrer Emeritierung 2007 Professorin für Christliche Ethik an der Yale-University in New Haven (Connecticut), vertritt nach Ansicht der vatikanischen Glaubenskongregation nicht mehr die katholische Lehre. In ihrem 2006 erschienenen Buch »Just Love. A Framework for Christian Sexual Ethics« schreibe sie Dinge zu Ehe, Scheidung, Wiederverheiratung, Homosexualität und Selbstbefriedigung, die »in direktem Widerspruch zur katholischen Lehre auf dem Gebiet der Sexualmoral« stünden. Das Buch dürfe daher »weder in der Beratung und Ausbildung noch im ökumenischen und interreligiösen Dialog als zulässige Darlegung der katholische Lehre« verwendet werden. Der Maßregelung war ein mehrjähriger Briefwechsel zwischen dem Vatikan und dem Orden vorausgegangen.

Norbert Denef, Gründer des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, ist im Hungerstreik gegen »inakzeptabele Verjährungsfristen« für sexuelle Gewaltdelikte. Die juristische Verfolgung der Täter müsse zeitlich unbegrenzt sein. Auf dem SPD-Parteitag vor einem halben Jahr habe er für diese Forderung Zustimmung erhalten, doch politisch sei nichts passiert. Die SPD-Fraktion verschiebe das Thema »von Schreibtisch zu Schreibtisch«. Denef wurde als Kind lange von einem Priester missbraucht. Dem Hungerstreik haben sich fünf weitere Personen angeschlossen.

Jochen Bohl, sächsischer Landesbischof, hat die Erklärung des konservativ-evangelikalen Evangelisationsteams, wegen der Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuelle Paare in der Landeskirche eine eigene Synode zu gründen, als spalterisch kritisiert. Weil die Missionsgruppe das Gespräch strikt verweigere, könne ihr Aufruf nur als »Aufkündigung der Gemeinschaft« verstanden werden. »Die Illoyalität gegenüber den Leitungsorganen und der Aufruf zur Spaltung sind beispiellos«, sagte Bohl. Die Missionsgruppe erklärte ihrerseits, »den Landesbischof, die Kirchenleitung und die Landessynode nicht mehr als geistliche Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens« anzuerkennen. Die sächsische Synode hatte im April die Öffnung der Pfarrhäuser für schwule und lesbische Paare in »Einzelfällen« zugelassen.

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