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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

»Der Leidensdruck steigt«

Kann der Feierabend in Zeiten des Blackberrys noch geschützt werden? Fragen an den Gewerkschafter Ingo Nürnberger

? Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat eine stärkere Trennung von Arbeit und Freizeit gefordert. Immer mehr Beschäftigte müssten auch nach Feierabend per Handy und Internet erreichbar sein, kritisiert sie.

! Die Ministerin hat recht. Durch die modernen Kommunikationsmittel sind viele Arbeitnehmer ständig auf Standby mit ihrer Firma. Sie können überhaupt nicht mehr abschalten, stehen unter Dauerstress. Als Arbeitsministerin müsste Frau von der Leyen diesen Zustand aber nicht bloß beklagen. Sie hätte längst etwas dagegen unternehmen können.

? Was denn?

! Die Bundesregierung müsste eine »Anti-Stress-Verordnung« erlassen, die regelt, wie die Betriebe mit den psychischen Belastungen durch neue Techniken umgehen müssen. Diese Verordnung kann dann vor Ort zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern konkretisiert werden. Aber bisher scheint es eher die Strategie der Regierung zu sein, diese Aufgabe allein den Tarif- und Betriebspartnern zu überlassen.

? Welche Branchen sind von der Entgrenzung besonders betroffen?

! Es ist erstaunlich, wie viele Berufe das betrifft – von der Pflege über die Gastronomie bis zur Design-Agentur. Und nicht nur Führungskräfte, sondern Beschäftigte auf allen Hierarchiestufen.

? Haben die neuen Techniken nicht auch positive Effekte? Die Arbeitszeiten sind flexibler geworden, und die Leute können jetzt auch von zu Hause arbeiten.

! Natürlich ist das positiv für viele Menschen, im Ho