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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Sicherheit ohne Militär

von Gisela Dürselen vom 26.05.2017
Deutschland sollte stärker helfen, Konflikte mit zivilen Mitteln zu lösen, schlägt die badische Landeskirche vor. Fragen an den Friedensbeauftragten Stefan Maaß

Publik-Forum: Herr Maaß, was genau verstehen Sie unter dem Ausstieg aus der militärischen Friedenssicherung?

Stefan Maaß: Für viele Menschen ist der Begriff »Sicherheit« im internationalen Kontext mit Militär verbunden. Die Vorstellung, dass Sicherheit und Frieden nur mithilfe von Militär zu erreichen sind, ist weit verbreitet und im Unterbewusstsein tief verankert. Deshalb hat unser Szenario zwei Ziele: Einerseits verstehen wir unter dem Ausstieg eine Konversion, eine Umwandlung der bewaffneten Institution Bundeswehr: Dabei geht es uns nicht darum, die Bundeswehr völlig abzuschaffen, sondern Teile in ein internationales technisches Hilfswerk umzuwandeln. Das soll dann wirkliche nichtmilitärische Aufbauhilfe in Krisengebieten leisten. Wir wollen hin zu einer Friedens- und Sicherheitspolitik, die von der Friedenslogik bestimmt wird und nicht auf militärischen Mitteln basiert.

Ihr Papier wird beim Kirchentag im »Zentrum Frieden« in Magdeburg vorgestellt. Welche Schwerpunkte setzt es?

Maaß: Es baut auf fünf Pfeilern auf: gerechte Außenbeziehungen, nachhaltige Entwicklung der EU-Anrainerstaaten, Teilhabe an der internationalen Sicherheitsstruktur, zivile Konfliktkultur und Verteidigung sowie Auflösung der Bundeswehr. Der Schwerpunkt liegt auf der »zivilen Konfliktkultur und Verteidigung«. Auch wenn alle fünf Pfeiler nötig sind, haben wir der zivilen Konfliktkultur den größten Raum gegeben. So schlagen wir vor, die Ausbildung zur zivilen Verteidigung deutlich zu stärken. Auch wenn wir in Deutschland in naher Zukunft keinen Angriffskrieg erwarten, soll das die Ängste der Bevölkerung vor einem solchen Szenario abbauen. Wir wollen aber auch zeigen, wie viele Ansätze es zur zivilen Konfliktkultur schon gibt und welche wissenschaftlichen Studien die Bedeutung dieser Ansätze nachgewiesen haben. Gleichzeitig machen wir deutlich, dass diese Ansätze nicht ausreichend unterstützt und verbreitet werden.

Wer soll den Prozess in die Wege leiten?

Maaß: Aus meiner Sicht hat der Prozess schon begonnen. Wir präsentieren ja kein fertiges Dokument, das die Politik umsetzen soll, sondern wir brauchen zur Verwirklichung eine breite gesellschaftliche Bewegung. Der erste Schritt ist, dass wir unseren Entwurf mit Experten und Expertinnen diskutieren: Politikerin

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