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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:
Kolumne von Anne Lemhöfer

Lasst die Kinder frei!

vom 15.05.2020

Zu Hause kann es schon mal langweilig werden in Corona-Zeiten. Jedes Brettspiel im Regal haben wir dutzendfach durchspielt und durchlitten, Tränen inklusive. Selbst beim Bibel-Memory haben wir jede einzelne Figur, die vor der Pandemie nur »Mann mit Bart« hieß, identifiziert. Und derer gab es viele: Abraham, Noah, David, Räuberhauptmann Mattis. Ach nein, der Letztere wohnt in »Ronja Räubertochter«, einem Buch, das auch beim vierten Mal Vorlesen noch toll ist. Beim fünften Mal lässt es etwas nach. Wir haben zwei Freunde-freie Kindergeburtstage absolviert, die Neunjährige spielt fleißig Querflöte, der Sechsjährige zieht sich acht Stunden lang »Harry Potter und der Gefangene von Askaban« als Hörbuch rein, und die Zweijährige kann das Wort Risikogruppe fast fehlerfrei aussprechen: »Isikuppe«.

»Isikuppe«, das sind nämlich Oma und Opa. Sie kam

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