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»Ich wusste nicht mehr weiter«

Jeder Zehnte in Deutschland ist verschuldet – trotz wirtschaftlich guter Lage. Hilfe gibt es bei der Schuldnerberatung. Ein Besuch in Bonn
von Ebba Hagenberg-Miliu vom 11.05.2018
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Aus dem Eingang der Schuldnerberatung in Bonn huscht ein Mann mittleren Alters. Hastig zieht er das Sakko über und schnappt sich seine Aktentasche. Nein, er will nichts darüber sagen, warum er dort um Hilfe angesucht hat. Sozialarbeiter Martin Zichella kennt die Scham, die es vielen schwer macht, die Schwelle der Beratungsstelle zu überschreiten. Getragen wird sie von Caritas und Diakonischem Werk. Schuldner gebe es in allen Bevölkerungsschichten. »Ich berate Langzeitarbeitslose genauso wie Selbstständige, die plötzlich in Existenznot geraten sind.« Dann bittet Zichella einen jungen Mann herein, der sich an seine Mappe mit Dokumenten klammert. Er ist 25 Jahre alt, hat eine Ehefrau und zwei Kleinkinder. Derzeit macht er eine Ausbildung. Seine Chancen, übernommen zu werden, stehen nicht schlecht. Wären da nicht die 4000 Euro Schulden, die sich aufgetürmt haben, weil er häufig unüberlegt in Onlineshops eingekauft hat. »Seit fünf Jahren laufen mir die Gläubiger hinterher«, sagt der junge Mann und seufzt.

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