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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

Streitfragen
zur Zukunft: Führen uns heilige Bücher in die Zukunft?

vom 12.05.2017
Leserstimmen Die Beiträge von Hamed Abdel-Samad und Klaus von Stosch lösten eine große Debatte aus

Hamed Abdel-Samad punktet mit einem Verständnis der heiligen Schriften, das sie nicht als göttliche Instanz überhöht. Für ihn kommen die menschen- und weltfreundlichen Energien aus einer humanen Vernunft der Liebe. Man merkt, wie schwierig es für die moderne Theologie wird, zwischen Glaubenspflicht, Aufklärung und Schriftforschung noch einen Strohhalm zu finden, an der Schrift als »Gottes Wort« festzuhalten. Warum sollten wir die Gottessage der Alten nicht lesen können wie die Weisheit der Mythen und Märchen? Das gehört zur Freiheit eines religiösen Menschen und sollte nicht postreligiös, sondern in unseren Religionen selbst ein Diskurs werden. Manfred Fennemann, Hamm

Wenn man die Bibel mit dem erforderlichen Hintergrundwissen liest, wird nicht ihr Wahrheitsgehalt infrage gestellt! Es ist allerdings an der Zeit, eine moderne Weltanschauung zu formulieren. Immo Richter, Buchholz

Hamed Abdel-Samad hat die Entstehung beziehungsweise die Erfindung Gottes sehr gut beschrieben. Unser jetziger Glaube wird sich nach und nach auflösen. Die heiligen Bücher werden ihre Lehrkraft bis auf die Nächstenliebe verlieren. Es wird auch weiterhin eine Religion geben: die Verbindung mit der Urkraft. Diese Entwicklung braucht aber ihre Zeit. Renate Hüttemann, Plettenberg

Die Thesen von Hamed Abdel-Smad sind sehr mutig. Und es ist mutig von Publik-Forum, sie zur Diskussion zu stellen! Dass die Religionen allgemein und ihre heiligen Bücher insbesondere als Projektionen vormoderner Menschen auf Gott bezeichnet werden, ist radikal. Das muss man erst mal selbst verdauen! Doch historisches Grundwissen, gesunder Menschenverstand und intellektuelle Redlichkeit lassen keinen anderen Schluss zu. Was folgt jetzt, wenn wir uns dieser Wirklichkeit stellen? Kommen wir wie Martin Walser zu dem Schluss: »Ich glaube nicht an Gott, aber ich brauche ihn«? Oder sollten wir wie der Dalai Lama zu spirituellen Praktikern werden und wie er die Überzeugung vertreten, dass Ethik wichtiger als Religion ist? Wohin soll sich unsere große Sehnsucht nach Sinn und kosmischer Ge

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